Nach Besetzung: Gewaltsame Räumung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas

13263838_1733319456952664_2792435729925513200_n

Nachdem das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma am Sonntag von rund 70 von Abschiebung bedrohten Roma sowie Unterstützer_innen besetzt worden war, wurde das Gelände in der Nacht zum Montag gewaltsam geräumt. Dabei sollen auch Menschen verletzt worden sein.
Auch wenn sowohl Romani Rose als auch der Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Uwe Neumärker, die Forderungen nach einem Bleiberecht für Menschen aus den Westbalkanstaaten unterstützen, kritisierten sie die Wahl des Protestortes. Da es sich um einen Ort des Gedenkens handle, würden dort keine politischen Veranstaltungen geduldet. (Quelle: rbb)

Diese halbherzige Solidarisierung ist kaum nachvollziehbar, hat doch insbesondere Romani Rose ebenfalls historische Gedenkorte mehrfach besetzt, um politische Forderungen durchzusetzen. Und warum sollte das Denkmal hier eine Ausnahme darstellen, insbesondere da laut Pressemitteilung viele der Besetzer_innen Nachkommen von Opfern oder Überlebenden der Vernichtung sind?

Solidarität sieht anders aus.

Der Protest geht weiter. Wir unterstützen die Forderungen der Protestierenden nachdrücklich!
Alle bleiben!

Advertisements

ein Kommentar

  1. R. Gauch · · Antwort

    Siehe auch Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Romani_Rose

    Romani Oskar Rose ist ein deutscher Sinto und ist seit 1982 Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma

    Romani Rose setzt sich für Gleichberechtigung der deutschen nationalen Minderheit der Sinti und Roma ein, für den Schutz aller Roma vor Rassismus und Diskriminierung sowie für die Aufklärung des Ausmaßes und des historischen Stellenwerts des Porajmos, des Völkermords an den europäischen Roma.

    Seit den 1970er Jahren widmete Rose sich intensiv der Bürgerrechtsarbeit für seine Minderheit. Ausgangspunkt war für ihn die Feststellung, dass der Antiziganismus „mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs … nicht aus den Köpfen verschwunden“ sei und dass „sich die deutsche Politik mit ihrer Geschichte sehr schwer getan“ habe. Das zu ändern habe bedeutet, als verfolgte Minderheit „sich das Bewusstsein für das Recht erkämpfen“ zu müssen.

    Daher trat 1980 eine Gruppe Sinti auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau in den Hungerstreik, nachdem ihr vom bayerischen Innenministerium die Akteneinsicht in die Unterlagen der 1970 aufgelösten „Landfahrerzentrale“ verweigert wurde. Der Hungerstreik, an dem Romani Rose als Sprecher teilnahm, wurde zu einem weltweit beachteten Ereignis, das für das Gedenken an den nationalsozialistischen Völkermord, die Wahrung der Bürgerrechte und die Verbesserung der gesellschaftlichen Teilhabe der Minderheit in Deutschland ein wichtiger Anstoß war.

    —————— 36 Jahre später —————

    Aus der Pressemitteilung des Zentralrat vom 23. Mai 2016:

    „Zentralrat lehnt politische Protestaktionen am Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin ab

    Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma kritisiert die Besetzung des Denkmals am gestrigen Sonntag durch eine Gruppe von Abschiebung bedrohter Roma aus Südosteuropa und ihren Unterstützern; …..“

    „Das Mahnmal ist ein Ort des würdigen Gedenkens an die über 500.000 ermordeten Sinti und Roma im NS-besetzten Europa. Dieser Ort soll und darf nicht für politische Protestaktionen missbraucht werden.“, so der Zentralratsvorsitzende Romani Rose.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s