Wir gedenken dem Novemberpogrom vom 9.11.1938

Die Recherchegruppe Maulwurf gedenkt heute am 9.11.2016 allen Opfern von Faschismus und Rassenwahn. Am 9.11.1938 zerbarsten Scheiben jüdischer Gottes- und Geschäftshäuser in Deutschland. Die Geschäfte wurden zerstört und die Gotteshäuser angezündet. Nazideutschland zeigte der Welt damit eindeutig, in welche Richtung seine völkische Politik zielte. Ein Jahr später herrschte bereits Krieg und es dauerte nicht mehr lange bis zur industriellen Massenvernichtung von Millionen von Menschen in Auschwitz und anderen Konzentrationslagern.

Wir gedenken heute den ermordeten und verfolgten Juden und Jüdinnen Europas; den Sint_ize und Rom_nja, die bis in die Jetztzeit massiv von Verfolgung bedroht sind; den Menschen, welche aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Selbstverortung Leid ertragen mussten und getötet wurden; den ermordeten Zeugen Jehovas, weil sie sich weigerten für Hitlers Armee zu morden; den Menschen, welche im Rahmen der Aktionen „T4“ (geistig/körperlich „Behinderte“), „14f13″ (s.g. Invaliden- oder Häftlingseuthanasie) sowie „Arbeitsscheu Reich (s.g. Asoziale) starben und bis heute verunglimpft werden; allen Partisanen und Menschen, die gegen die deutsche Barbarei Widerstand leisteten.

Die Fotogalerie zeigt die Stolpersteine für Frieda Loni Deussing und Gerhard Rudolf Deussing in der Großen Fleischergasse in Leipzig. Die Geschwister, welche der Gruppe der Sint_ize angehörten, wurden 1943 aus Leipzig deportiert, weil sie sich der Sterilisation verweigerten. Beide wurden in deutschen Konzentrationslagern ermordet. Die Stolpersteine wurden letztes Jahr im Rahmen eines Schüler_innenprojektes des Immanuel-Kant-Gymnasiums verlegt. Wir berichteten hier.

Im Jahr 2003 wurde in Leipzig in der Goethestraße das Denkmal „Geschlagener“, welches an die aus Leipzig deportierten Sint_ize und Rom_nja erinnert, eingeweiht. Siehe hier der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma dazu.

Da Sint_ize und Rom_nja nachwievor von täglichem Rassismus und Diskriminierung betroffen sind, möchten wir ihnen am neunten November ausdrücklich gedenken.

Als Reudnitzer_innen möchten wir im Besonderen an Gertrud Oltmanns erinnern, welche im Alter von nur fünf Jahren in der Kinderklinik (Oststraße 21) ermordet wurde. Weitere Infos zu Gertrud Oltmanns hier.

Weitere Stolpersteine in Reudnitz befinden sich in der Lipsiusstraße 14 (Gotthard Raimund Zimmermann ist wegen seiner Homosexualität umgebracht worden) und in der Holsteinstraße 35 (Fritz Hanschmann war Mitglied der KPD).

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! Rassismus entschieden entgegentreten! Opre Roma!

Michael_a und Kristina von der Recherchegruppe Maulwurf

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