Veranstaltungshinweise April 2019

10.4.2019 18 Uhr Eröffnung der Ausstellung „Auf dem Dienstwege“ – Auftakt der Reihe „Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“ im Ausstellungsraum des Erich-Zeigner-Hauses

„Auf dem Dienstwege…“
Dokumente zur Erfassung, Ausgrenzung und Deportation der Leipziger Sinti und Roma im Nationalsozialismus
Eine Ausstellung der Heinrich-Böll-Stiftung und des Kulturamtes Leipzig

Die Ausstellung (Autorin: Annett Seese, Leipzig) zeigt Dokumente der rassistisch motivierten Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma in Leipzig. Sie geschah schrittweise und öffentlich. Die Erfassung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen Polizei und Forschung – dem damaligen „Institut für Rassen und Völkerkunde“ der Leipziger Universität.
Nach der Erfassung durften die Aufenthaltsorte nicht mehr verlassen werden, die Kleidung musste mit einem „Z“ gekennzeichnet werden. Auf den Entzug der Wohnungen und Arbeitsmöglichkeiten erfolgten Internierungen. Von dort aus wurden die Sinti und Roma später ins KZ bzw. direkt in die Vernichtungslager deportiert.
Die massenhafte Beteiligung am Völkermord fand seine Wege über die Gewohnheiten alltäglicher „Pflichterfüllung“.
Denunziationen wurden als „Anfragen“ oder „Beschwerden“ deklariert. Das Vokabular der „Sachbearbeitung“ bezeichnete Verwaltungsakte zur Deportation in Vernichtungslager. Die Bereitschaft dazu entstand weder plötzlich noch nahtlos. Sie erwuchs aus vielen Entscheidungen und diese wurden nicht unablässig mit rassistischen Schlagworten kommentiert.
Die Ungeheuerlichkeiten offenbaren sich heute in den kleinen Schritten.

Die Ausstellungseröffnung bildet zusammen mit der Auftaktveranstaltung „Das Leben der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und danach“ den Beginn der Veranstaltungsreihe „Sinti und Roma – Lebenswirlichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“.
Sie findet im Ausstellungsraum des Erich-Zeigner-Hauses (2. Stock) statt. Danach kann sie jeden Mittwoch von 15 bis 18 Uhr bis zum 12. Juni kostenfrei besucht werden.

Die Reihe wurde konzipiert und organisiert von Gloria Pfister, die zurzeit ihr FSJ Politik im Erich-Zeigner-Haus e.V. absolviert.

Nach einer eröffnenden Rede von Henry Lewkowitz (geschäftsführender 2. Vorsitzender des Vereins) und Gloria Pfister wird mit einem Glas Sekt auf den Auftakt der Reihe und die Eröffnung der Ausstellung angestoßen. Bis 19 Uhr, zum Beginn der ersten Vortragsveranstaltung „Das Leben der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und danach“, zusammen mit den Referent*innen Jana Müller (AJZ Dessau) und Gjulner Sejdi (Romano Sumnal e.V. Leipzig), kann die Ausstellung an diesem Tag betrachtet werden.

Der Eintritt ist frei.

Hier der Facebook-Link zur Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/2258117557797293/?active_tab=about

15.4.2019 19 Uhr Fischladen Wolfgang Heinze Strasze 04277 Leipzig Connewitz

Der Rote Stern Leipzig lädt zu einer Vortragsreihe über die Diskriminierung von Sint_ize und Rom_nja in Europa – Das Problem heißt Rassismus!
Rom_nja werden auf verschiedenen Ebenen diskriminiert und strukturell ausgegrenzt. Zwar sind sie seit Ende der 1990er Jahre mit dem Rahmenübereinkommen des Europarats zum Schutz nationaler Minderheiten in Deutschland als nationale Minderheit anerkannt, im Alltag vieler Rom_nja hat dies aber wenig Bedeutung.
Insbesondere am Beispiel von Plauen ist es deutlichen welchen Stellenwert Rom_nja innerhalb der Gesellschaft haben. Am 29.12.2017 und 05.02.2018 ereigneten sich zwei schwere Brandanschläge infolge dessen zwei Menschen ihr Leben verloren. Im nachfolgenden Gerichtsprozess wurden die Täter_innen kaum zur Rechenschaft gezogen. Die Referentin Kathrin Krahl von RomaRespekt suchte nach dem Brandanschlag die Rom_nja Familien auf und berichtet in der Veranstaltung über das Versagen der sächsischen Institutionen.
Vor einem Jahr brannte ein Roma-Wohnhaus in Plauen (Deutschland). Passanten behinderten die Rettungsmaßnahmen und riefen: „Lasst sie brennen!“ Nun wurden zwei Neonazis verurteilt: Ein 20-Jähriger muss zur Strafe einen kurzen Aufsatz schreiben, sein Vater kommt mit einer Spende davon. Dabei befanden sich im brennenden Haus über 40 Personen, mehrere wurden teils lebensgefährlich verletzt, unter ihnen auch Kinder. Bei nichtdeutschen Tätern zeigt der Strafrichter hingegen weniger Milde. Die „Bild“-Zeitung feiert ihn sogar als „neuen Knallhart-Richter“ [1] [2]
Im weiteren Vortrag von Michael_a Wermes wird zum einem auf die aktuelle Situation von Rom_nja in Europa, speziell mit dem Schwerpunkt Tschechien eingegangen werden, auf der anderen Seite werden mittels speziell ausgewählter Beispiele aus der Geschichte der Verfolgung der letzten Jahrhunderte, aber auch des letzten Jahrzehnts, die Kontinuität der als Z Wort stigmatisierten Menschen aufgezeigt. S.g. Armutsdebatten (Bettelverbot), Wohn- und Bildungssituation von Rom_nja in Tschechien, die Diskussion um s.g. sichere Herkunftsländer sowie sprachliche „Debatten“ um diskriminierungsfreie Sprache werden dabei ebenso eine Rolle spielen wie die Themen Intersektionalität und Zwangsterilisationen, Nichtanerkennung als NS Opfer und gewaltvolle Räumungen in anderen EU Ländern. Dabei wird im Besonderen auf die unterschiedlichen Vorurteilsstrukturen, welche sich Rassist_innen zu eigen machen, eingegangen werden.

Die Veranstaltung beginnt am 15.04.2019 um 19:00 Uhr (voraussichtlich bis 21:00) im RSL Fischladen.
-Vortrag über den Brandanschlag von Plauen und das Versagen der sächsischen Institutionen mit Kathrin Krahl
-Vortrag mit Videoimpressionen & Diskussion mit Michael_a Wermes
[1] http://www.roma-service.at/dromablog/?p=47246, entnommen am 12.03.2019
[2[ https://www.bild.de/regional/chemnitz/richter/neuer-knallhart-richter-droht-tunesier-54815750.bild.html, entnommen am 12.03.2019

Quelle: https://www.facebook.com/events/345370762751630/

Vorankündigung Mai 2019

4.5.2019 Atari/Reudnitz

Im Rahmen des Atari (Reudnitz) Geburtstag Vortrag über Antiromaismus und nazi riots in Tschechien

 

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