Filmtipp: Diera v hlave / A Hole in the Head (SK/CZ 2016)

Filmtipp:
01.11.2016 / 20:00 / Cinémathèque Leipzig
und
2.11.2016 / 13:30 / Passage Kinos Universum
Hier kann mensch zwei Trailer (engl.) anschauen:
Internationales Programm: „Diera v hlave / A Hole in the Head“ (Dok, Robert Kirchhoff, SLOV/CZ 2016, 90 min, OV with English subtitles
Eine kleine Kunstgalerie irgendwo in Serbien, in der ausschließlich Werke von Roma ausgestellt werden. Ist Clinton nicht auch ein Roma? Da ist sich die Galeristin nicht so sicher. Aber Antonio Banderas sei Roma, auch Yul Brynner. Sie wagten es nur nicht, sich öffentlich dazu zu bekennen. Diese rührende Szene kultureller Selbstvergewisserung ist Teil einer Erzählung über den Holocaust an den Roma, der weitgehend aus dem europäischen Gedächtnis getilgt ist und dessen Spuren der Regisseur akribisch nachgeht. Ein Film gegen das Vergessen. Wir lernen Menschen aus Frankreich, Serbien, Deutschland, Tschechien und Polen kennen, die als Kinder in die Fänge der Mordmaschine der Nazis gerieten. Rita war keine drei Wochen alt, als SS-Ärzte in einem Würzburger Krankenhaus grauenhafte Experimente an ihr vornahmen. Ihre Zwillingsschwester starb, sie überlebte mit einem „Loch im Kopf“. Raymond, ein 90-jähriger, extrem wacher Rom, erinnert daran, dass es die französische Gendarmerie war, die sie damals zusammentrieb, nicht die Deutschen. Heute dringt die gleiche Polizei ohne Durchsuchungsbeschluss in seinen Wohnwagen ein und verhaftet drei seiner Söhne, weil sie ihm zu Hilfe kamen. Was hat sich also geändert? Eine Frage, die sich an jeder Station dieser Reise des Gedenkens neu stellt und uns zwingt, Stellung zu beziehen und ideologischen Müll zu entsorgen.
A small art gallery somewhere in Serbia which exhibits only works by Roma. Is Clinton not Roma, too? The gallery owner isn’t certain. But Antonio Banderas is Roma, and Yul Brynner. They just don’t have the courage to admit it. This touching scene of cultural self-assurance is part of a narrative about the Roma Holocaust which has been almost completely erased from European memory and whose traces the director follows meticulously. A film against forgetting. We meet people from France, Serbia, Germany, the Czech Republic and Poland who got caught up in the Nazi murder machine as children. Rita was less than three weeks old when SS doctors performed horrible experiments on her in a Würzburg hospital. Her twin sister died, she survived with a “hole in the head”. Raymond, 90 years old, an extremely alert Roma, reminds us that it was the French Gendarmerie who herded them together, not the Germans. Today, the same police enter his caravan without a search warrant to arrest three of his sons because they came to his aid. So what has changed? A question that arises at every stop of this commemorative journey and forces us to take a stand and get rid of ideological garbage.
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