Dokumentiert: Antiromaismus Reudnitz Juni 2016

Wieder einmal teilen sich Menschen in widerlicher Weise in der Öffentlichkeit antiromaistisch mit. Siehe Foto. Quelle: facebook.

AR1 Reudnitz

Wie wir bereits hier dokumentierten, scheint es kein Einzelfall zu sein. Gut anderthalb Jahre LEGIDA-Wahn in Leipzig lässt auch den_die ansonsten stumme_n und dumpfen Rassist_in den Stift zücken, wenn es darum geht andere ab- und folglich sich selbst aufzuwerten. Es ist beschämend, wie abgrundtief niederträchtig und rassistisch Menschen sich im Jahr 2016 meinen, öffentlich produzieren zu können.

AR 2 Reudnitz

Erläuterung Text:

Die als Z Wort bezeichneten Menschen – gemeint sind offentsichlich „Sint_ize und Rom_nja“ – stehen hier wieder einmal als ordnunspolitisches Gegenstück von Schmutz und Unordnung. Die Anderen werden als Fremdgruppe mit einer pejorativen Begrifflichkeit abgegrenzt. Dabei wird das „Wir“ mittels der Vorstellung einer einheitlichen Ordnung konstruiert. In diese Ordnung gehört „Ramsch“ nicht, also Müll. Da diese Ordnung erhalten werden soll, können Sint_ize und Rom_nja also auch gar nicht in diesem Viertel wohnen und sollen es auch nicht. Allenfalls wird dem_der Spender_in vorgeschlagen, den „Ramsch“ (also Lesart Unrat/Müll) vor ihrer eigenen Tür abzulegen. Erfolgte Abgrenzung. Interessant auch die Bezeichnung „Wohnanlage“ – was ist hier eigentlich gemeint: Wohncontainer/Pferde- bzw. Bauwagen/Zelt? Obwohl der_die Verfasser_in wohl kaum Eigentümer_in des betreffenden Grund und Bodens ist, meint er_sie hier für Ordnung sorgen zu müssen und greift somit auf das Recht des Schutzes von (Wohn-)Kapital zurück. Interessant ist der Hinweis, dass es sich um LWB-Grund handelt. Sind Besitzrechte also wichtiger als Menschenrechte im öffentlichen Raum? Merkwürdig auch die scheinbare Angst vor dem Studium eines Buches mit dem Titel „Politik im Aufriß“. Wurde das von der Fotografin so trappiert (hier müsste man noch einmal bei der Fotografin nachhaken)?

Credo: Was für ein ekelerregender Rassismus! Es ist in Anbetracht auch der jüngsten Abschiebungen in s.g. sichere Herkunftsstaaten (siehe dazu die Stellungnahme von Pro Asyl), welche defacto keine sind und wortspielerisch ein Oxymoron darstellen eine dreiste, empathielose und menschenverachtende Einstellung, welche hier zutage tritt. Fight antiromaism! Equal rights for everyone!

Kristina und Michael_a von der Recherchegruppe Maulwurf

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4 Kommentare

  1. Richard · · Antwort

    Danke, für euer Engagement!
    Dies ist ein sehr gut geschriebener Beitrag.
    Danke!

  2. Ich dachte, das nennt man „Antiziganismus“?

    1. Hallo,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir und viele andere bevorzugen „Antiromaismus“. Bei Unsicherheit, ob ein Begriff verletzend sein könnte ist es die sichere Variante einen Terminus zu verwenden der keine pejorativen und diskriminierenden Fremdbezeichnungen benutzt. Wenn Menschen in D kein Tschechisch/Polnisch/Russisch sprechen erachten wir das nicht als unser Problem! In diesen Ländern ist der Zigan/Cygan/Цыган Begriff die Entsprechung für das deutsche „Zigeuner“. Es heißt Antiromaismus! Siehe auch hier: https://ecoleusti.wordpress.com/2014/05/31/was-zu-benennen-ist-antiromaismus/ UND HIER: https://ecoleusti.wordpress.com/2014/05/31/esther_quicker_begriff_az/

      Michael_a

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