Alltäglicher Antiromaismus in Leipzig – April 2016

Der hier fotografierte Zettel wurde im April 2016 an der Innenseite einer Hauseingangstür in Leipzig im Stadtteil Zentrum-Ost/angrenzend Reudnitz gesehen.

Er dokumentiert einmal mehr sowohl Chauvinismus – Betteln stellt offensichtlich eine Gefahr dar und ist, der protestantischen Arbeitsethik folgend, unerwünscht. Es zeigt sich aber auch der seit Jahrhunderten herrschende Antiromaismus, denn es ist klar, dass hier das Bild der bettelnden Roma, die eigentlich etwas Anderes im Schilde führen, im Subtext heraufbeschworen wird. Warum sonst wird überhaupt hervorgehoben, dass es sich vermeintlich um Roma handle? Von der eigenwilligen Rechtschreibung mal ganz abgesehen.

Credo: Keiner darf rein, keiner darf raus – die Tür bleibt zu. Und das gilt nicht zuletzt auch im übergeordneten Sinne für Geflüchtete – insbesondere aus den so bezeichneten sicheren Herkunftsstaaten, aber im Rahmen der Das-Boot-ist-voll-Rhetorik ebenso für alle anderen Menschen, die Schutz suchen.

Roma

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2 Kommentare

  1. […] wir bereits hier dokumentierten, scheint es kein Einzelfall zu sein. Gut anderthalb Jahre LEGIDA-Wahn in Leipzig […]

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