Kommentierte Bibliographie Antiromaismus

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Kommentierte Bibliographie zum Thema Antiromaismus1

Michael_a Wermes

Triggerwarnung: Dieser Beitrag enthält pejorative Fremdbezeichnungen, die rassistisch sind und Menschen in ihrem Wohlbefinden einschränken können – sorry!

Da es sich hier um eine Bibliographie handelt und vor allem auch ältere Werke mit ihrem Titel komplett genannt werden, konnte nicht auf die Verwendung von rassistischen und pejorativen Wörtern und Bezeichnungen in Werkstiteln verzichtet werden. Dafür und für etwaige Irritationen entschuldige ich mich aufrichtig. Bis auf die Titel dargestellter Werke werden zitierte pejorative Wörter die Fremdbezeichnungen enthalten jedoch wie folgt versucht zu entschärfen: Anti[…]ismus und Z[…]. Der_die Autor_in ist sich bewusst, dass dies nicht unbedingt einem Idealzustand gerecht wird und würde sich auf etwaige Vorschläge auf dem Blog https://ecoleusti.wordpress.com freuen.

Diskriminierung, Verfolgung und Vernichtung von Sint_ize und Rom_nja und mit dem „Z Wort“2 stigmatisierte Menschen in Vergangenheit und Gegenwart als Thema hat in den letzten Jahren, nachdem es vor allem auch in der bundesrepublikanischen Geschichtswissenschaft eher vernachlässigt wurde, mehr Platz eingenommen. Dabei stelle ich in Gesprächen und Diskussionen oft fest, dass scheinbar lediglich Sekundärliteratur manchmal sogar nur Populärliteratur wie z.B. die Veröffentlichungen von Rolf Bauerdick3 oder Norbert Mappes-Niedek4 zur eigenen Wissensbildung herangezogen wird. Diese Bibliographie soll ein Versuch sein die Beschäftigung mit Antiromaismus aus verschiedenen Perspektiven einnehmen zu können, greift bisherige Diskurse auf und soll ein kleiner Überblick in der in den letzten Jahren so zahlreich erschienen Publikationen sein. Die Auswahl erfolgte unsystematisch, gliedert sich jedoch in bestimmte Unterkategorien. Um die Entwicklung in der Debatte ein Stück weit nachvollziehen zu können sind die Werke in den Unterkategorien zeitlich-chronologisch angeordnet.

Der_die Autor_in möchte mit diesem Beitrag versuchen einen kleinen Einstieg zu Quellen, welche trotz ihres Alters und teilweise unreflektierten Blick auf die Gruppe der Sint_ize und Rom_nja zu geben um nachzeichnen zu können wie der Blick der Mehrheit auf die Minderheit beeinflusst ist bzw. war. Hierbei werden auch Monographien und Aufsätze kurz vorgestellt, welche mensch nicht bedenkenlos rezipieren kann, sondern klar als rassistisch kritisch gegen lesen muss. Ein anderer Aspekt dieser kommentierten Bibliographie sollen Selbstzeugnisse von Rom_nja und Sint_ize und Werke sein die einen lokalen Bezug zum Freistaat Sachsen, dem mitteldeutschen Raum bzw. den angrenzenden Nachbar(bundes)länder(n) haben. Die dargestellten Lokalstudien sollen aufzeigen wie kritische Aufarbeitung einer Gedenkpraxis vor Ort stattfinden kann und wie verwoben lokale Strukturen bei der Erfassung der Rom_nja und Sint_ize und anderen Verfolgten in der Zeit des Nationalsozialismus waren. Denn der Völkermord fand nicht irgendwo sondern direkt vor der eigenen Haustür statt!

Die Diskriminierung von Rom_nja und Sint_ize und anderen begann weder 1933, noch endete sie 1945 in Ost oder West, fand gar einen traurigen Höhepunkt (gleichwohl keinesfalls einen Endpunkt) in der wiedervereinigten Bundesrepublik Anfang der 1990er Jahre. Diese Auflistung von Texten stellt weder einen umfassenden Überblick, noch einen wissenschaftlichen Leitfaden dar zum Thema zu arbeiten. Sie soll eine Möglichkeit bieten ins Thema hineinzukommen – geprägt von einer größtmöglichen Empathie für die qualvolle und jahrhundertelange Verfolgung von Rom_nja und Sint_ize und anderen, welche seit jeher aus der Mehrheitsgesellschaft extrahiert wurden. In einer jeweiligen kurzen Beschreibung soll versucht werden eine Quintessenz zu geben.

Verweisen möchte ich an dieser Stelle jedoch auch auf eine bereits sehr ausführliche und beachtenswerte Bibliographie um die Gruppe von Alexandra Bartels, Tobias von Borcke und Markus End im Sammelband „Antiziganistische Zustände 2“ – Versuch einer Bibliographie, Seite 314 – 355 Münster, 2013.5

Lokalstudien als Anreiz für die regionale Auseinandersetzung mit Antiromaismus

Die Studien sind nach ihrem Entstehungsdatum sortiert, es handelt sich um eine chronologische Entwicklung, die der Erforschung und dem Starkmachen des Themas in den Geisteswissenschaften und durch die Bürgerrechtsbewegung Rechnung trägt. Die lokale Aufarbeitung ist Voraussetzung historisch-politischer Bildungsarbeit, da sie an die Lebenswelt von Jugendlichen und Erwachsenen andockt.

Wippermann, Wolfgang: Das Leben in Frankfurt zur NS- Zeit II. Die nationalsozialistische Zigeunerverfolgung. Frankfurt a. M. 1986.

Eine der ersten Lokalstudien zur bis zu diesem Zeitpunkt völlig fehlenden Auseinandersetzung der Verfolgung der Sint_ize und Rom_nja an einem bestimmten Ort. Wippermann zeichnet hier explizit auch das Mitwirken der Mehrheitsbevölkerung nach und beschreibt die Parameter des lokalen Sammellagers „Dieselstraße“.

Karola Fings, Cordula Lissner, Frank Sparing: >…einziges Land, in dem Judenfrage und Zigeunerfrage gelöst.< Die Verfolgung der Roma im faschistisch besetzten Jugoslawien 1941 – 1945, Köln 1992.

Erschütterndes Zeitdokument, welches auch der Perspektive der Verfolgten eine Möglichkeit der Darstellung gibt. Dem gegenüber werden die Täter_innendokumente gestellt, welche die subjektiv gemachten traumatischen Erlebnisse belegen.

Erika Thurner: Ein „Zigeunerleben“? Als Sinto, Sintiza, Rom und Romni in Salzburg, in: Mozes F. Heinschink, Ursula Hemetek: Roma. Das unbekannte Volk. Schicksal und Kultur, Wien 1994.

Thurner zeichnet hier den Leidensweg der österreichischen Rom_nja fragmentarisch nach. Anhand der Beschreibung der Nachforschungen zu ehemaligen Wachposten im Lager Maxglan aber auch der Beschreibung der Frau K. (Arbeitskommando Schlieben/Kommando Altenburg Nr. 28083) welche durch die Lagerhaft gesundheitliche Schäden davon trug, wird hier das ambivalente Verhältnis der Verfolgung und Nichtanerkennung der Leiden vor und nach 1945 nachgezeichnet. Bezugnehmend auf den Titel Melanie Spittas Film „Wiedergutmachung? – Das falsche Wort“ (D 1987, Regie: Katrin Seybold) beschreibt sie den Kampf der Verfolgten um Anerkennung in Österreich und die Entstehung des Mahnmals für das Lager Salzburg-Maxglan (Leopoldskron), deren Inschrift sie Verfasserin ist.

Ulrich Hägele: Sinti und Roma und Wir. Ausgrenzung, Internierung und Verfolgung einer Minderheit, Tübingen (1998).

Lokale Annäherung an eine Minderheit, welche dem unwidersprochenen Rassenwahn im NS zum Opfer fiel und bis in die Neuzeit Verfolgung leiden muss. Unterschiedliche Arbeiten erläutern den lokalen Zusammenhang zur Verfolgung der Sint_ezzze und Rom_nja in Württemberg. So werden auch die Biographien Robert Ritters und Sophie Erhardts in den Kontext lokaler Verantwortung gerückt. Den Abschluss bildet die traumatische Geschichte einer Familie aus Jugoslawien, welche vor dem Bürgerkrieg Anfang der 1990er flüchtete und schlussendlich wieder gehen musste. Das „Buch will zeigen, daß die menschenverachtende Politik der Nazis gegenüber Sinti und Roma nicht irgendwo in der Hauptstadt Berlin geplant wurde, sondern sich die Spuren der Beteiligten in vertraute Orte und Institutionen von Dorf, Stadt und Region zurückverfolgen lassen.“6

Thomas Huonker, Regula Ludi: Roma, Sinti und Jenische: schweizerische Zigeunerpolitik zur Zeit des Nationalsozialismus. Beitrag zur Forschung. Zürich 2001.

Überblicksartiges, kurzes Werk welches die Verachtung und Politik der Schweiz gegenüber Sint_ize, Rom_nja und Jenischen auch über die Zeit nach 1945 hinaus dokumentiert. Anhand von Einzelbeispielen wird die schweizerische Politik gegenüber den Rom_nja weiter erläutert und treffend mit „Abwehr statt Asyl“ (Seite 92) bezeichnet. Belege, dass die Schweiz trotz des „Wissens über den nationalsozialistischen Genozid“ (Seite 105) Opfern Asyl gewehrt hätte konnten nicht gefunden werden, so die Autor_innen.

Udo Engbring-Romang: Die Verfolgung der Sinti und Roma in Hessen zwischen 1870 und 1950. Frankfurt am Main 2001.

Raimund Reiter: Sinti und Roma im „Dritten Reich“ und die Geschichte der Sinti in Braunschweig. Marburg 2002.

Kurzer jedoch inhaltsreicher Überblick über die Geschichte der Sint_ize in und um Braunschweig. Quellenfundiert zeigt es sehr gut auf, wie lokale Erforschung der Verfolgungsgeschichte vonstatten gehen kann und daraus auch Einfluss auf lokale Erinnerungspolitik genommen werden kann.

Karola Fings, Frank Sparing: Rassismus. Lager. Völkermord. Die nationalsozialistische Zigeunerverfolgung in Köln. Köln 2005.

Das umfangreiche Werk ist aufgrund seines sehr ausführlichen Ortsregisters unter anderem interessant, da hier nach Bezügen zu lokalen Verfolgungsgeschichten nachgeschlagen werden kann.

Viviane Wünsche, Uwe Lohalm: Die nationalsozialistische Verfolgung Hamburger Sinti und Roma. Fünf Beiträge, Hamburg 2006 .

Mechthild Brand: Unsere Nachbarn. Zigeuner, Sinti und Roma – Lebensbedingungen einer Minderheit in Hamm. Essen 2007.

Michaela Baetz, Heike Herzog: Die Rezeption des nationalsozialistischen Völkermords an den Sinti und Roma in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Heidelberg 2007.

Martin Holler: Der nationalsozialistische Völkermord an den Roma in der besetzten Sowjetunion (1941–1944). Heidelberg 2009.7

Erste systematische Auseinandersetzung mit der genozidalen Vernichtung der Rom_nja in der besetzten Sowjetunion. Zwar liegen bereits viele Studien zur Zeit des NS vor, Hollers Verdienst jedoch ist, dass er als erster systematisch russische Archive und Zeitzeug_innen besuchte und interviewte.

Reinhold Baaske, Boris Eschenbacher: Fremd im eigenen Land. Sinti und Roma in Niedersachsen nach dem Holocaust. Katalog zur Ausstellung des Vereins für Geschichte und Leben der Sinti und Roma in Niedersachsen e.V.. Gütersloh 2012.

Herbert Diercks, Andreas Ehresmann: Die Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus. Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland, Heft 14, Bremen 2012.

Im Hauptteil befinden sich Zusammenfassungen von bereits bekannten Forschungsprojekten, so u.a. zum Zwangslager Berlin-Marzahn, KZ Moringen, Ravensbrück, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen.

Karola Fings, Ulrich F. Opfermann: Zigeunerverfolgung im Rheinland und in Westfalen 1933– 1945. Geschichte, Aufarbeitung und Erinnerung. Paderborn 2012.

Hans Peter Klauck: Porajmos – „das Verschlingen“, Die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma aus dem Landkreis Saarlouis während des Nationalsozialismus. In: Unsere Heimat. Mitteilungsblatt des Landkreises Saarlouis für Kultur u. Landschaft, 38. Jg, Heft Nr. 3. Saarlouis 2013.

Patricia Pientka: Das Zwangslager für Sinti und Roma in Berlin- Marzahn. Alltag, Verfolgung und Deportation. Berlin 2013.

Kai Müller: Die Verfolgung der Sinti und Roma in der Kreishauptmannschaft/Regierungsbezirk Leipzig. Magisterarbeit im Fachbereich Neuere Deutsche und Europäische Geschichte an der Fernuniversität Hagen, Prüfer: Prof. Dr. Wolfgang Kruse. Hagen 2014.

Sehr ambitionierte, umfassende und aktuelle Studie zur Politik der Verfolgung in der Leipziger Region aber auch allgemein Sachsen. Theoriegeleitet von dem Ansatz vom Normen- bzw. Maßnahmenstaat von Ernst Fraenkel. Zugänglich in der Benutzerbibliothek des Staatsarchiv Leipzig unter der Bestandssignatur 320788.

Alexander Rode: Die Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma in Deutschland 1933–1945. Sinti, Roma und die Stadt Leipzig. Abschlussarbeit zur Erlangung des Titels Master of Arts im Fach Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Leipzig, vorgelegt am 21. Februar 2014 , Erstgutachter: PD Dr. Detlev Brunner. Leipzig 2014.

Ein Artikel des_der Autor_in ist in diesem Buch zu finden.

Verfolgung zwischen 1933 und 1945

Tilmann Zülch: In Auschwitz vergast, bis heute verfolgt. Zur Situation der Roma (Zigeuner) in Deutschland und Europa, Reinbek bei Hamburg. 1979.

Donald Kenrick, Grattan Puxon, Tilmann Zülch: Die Zigeuner verkannt verachtet verfolgt. Hannover 1980.

Donald Kenrick, Grattan Puxon: Sinti und Roma. Die Vernichtung eines Volkes im NS-Staat. Reihe pogrom 69/70. Göttingen 1981.

Fritz Greussing: Die Kontinuität der NS-Zigeunerforschung. In: Sinti und Roma – Ein Volk auf dem Wege zu sich selbst. Zeitschrift für Kulturaustausch. Ausgabe 4. 31. Jahrgang. Herausgegeben im Auftrag des Instituts für Auslandsbeziehungen von Dr. Michael Rehs. Stuttgart 1981.

Allgemein sehr lesenswerte Ausgabe der Periodika ZfK, welche gemäß dem Erscheinungsjahr 1981 unterschiedliche Sichtweisen auf Sint_ize und Rom_nja versammelt. Dem Vorwort von Nikolaus Klein ist nichts zuzufügen: „Dass es uns gelingen könnte, die noch in so mancher Studier- und Redaktionsstube abgestandenen rassenideologischen Sud zum wievieltem Male aufwärmenden Ewig-Gestrigen zum Umdenken zu ermuntern, diese Hoffnung haben wir nicht. An diesen verlorenen Haufen richtet sich das heft auch nicht. Es richtet sich viel mehr an die sicher große Zahl jener, die aufgeschlossen sind […]“.

Wolfgang Ayaß, Reimar Gilsenbach, Ursula Körber: Feinderklärung und Prävention. Kriminalbiologie, Zigeunerforschung und Asozialenpolitik. In: Beiträge zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik: 6. Berlin 1988.

U.a. mit den Aufsätzen Reimar Gilsenbachs „Die Verfolgung der Sinti- ein Weg, der nach Auschwitz führte“ und über Eva Justin, Mitarbeiter_in bei Robert Ritter: „Wie Lolitschai zur Doktorwürde kam“.

Joachim S. Hohmann: Robert Ritter und die Erben der Kriminalbiologie. „Zigeunerforschung“ im Nationalsozialismus und in Westdeutschland im Zeichen des Rassismus. Frankfurt am Main 1991.

Romani Rose/ Walter Weiss: Sinti und Roma im “Dritten Reich”. Das Programm der Vernichtung durch Arbeit. Göttingen 1991.

Enthällt einen umfassenden Abschnitt über die Zwangsarbeit bei der Hugo und Alfred Schneider AG (kurz HASAG) welche Sint_ize und Rom_nja im Bereich Rüstung in den Werken in Leipzig-Taucha, Schlieben, Meuselwitz, Colditz und Altenburg verrichten mussten. Beschreibt sehr eindringlich das Programm der „Vernichtung durch Arbeit“ welches wörtlich zu nehmen ist. Auf Seite 152 wird auf das Schicksal von Eduard Hauer, welcher 1942 von Leipzig nach Mauthausen deportiert wurde, Bezug genommen.8

Wacław Długoborski: 50-lecie zagłady Romów w KL Auschwitz-Birkenau: 3. sierpnia 1944 – 3. sierpnia 1994 / 50 Jahrestag der Vernichtung der Roma. Oświęcim 1994.

Begleitheft zur Ausstellung des 50. Jahrestag der Vernichtung der Rom_nja im KZ Auschwitz – Birkenau. Enthält verschiedene Aufsätze zur Verfolgung und Deportation der Sint_ize und Rom_nja aus dem Deutschen Reich sowie den besetzten Ländern Österreich, dem „Protektorat Böhmen und Mähren“ und dem „Generalgouvernement Polen“. Im letzten Teil „Bilder und Dokumente“ sind Kopien originaler „Gutachterliche Äußerungen“, Deportationsverzeichnisse, Karten, Pläne aber auch Fotos der Täter (Mengele) und Opfer wie z.B. der beiden Kinder Erdmann und Johanna Schmidt welche 1943 aus Leipzig nach Auschwitz deportiert und dort ermordet worden sind.

Michael Zimmermann: Rassenutopie und Genozid. Die nationalsozialistische „Lösung der Zigeunerfrage“. Hamburg 1996.

Wacław Długoborski: Sinti und Roma im KL Auschwitz- Birkenau 1943–1944. Vor dem Hintergrund ihrer Verfolgung unter der Naziherrschaft. Oświęcim 1998.

Till Bastian: Sinti und Roma im Dritten Reich. Geschichte einer Verfolgung. München 2001.

Guenter Lewy: “Rückkehr nicht erwünscht.” Die Verfolgung der Zigeuner im Dritten Reich. München 2001.

Gilad Margalit: Die Nachkriegsdeutschen und „ihre Zigeuner“. Die Behandlung von Sinti und Roma im Schatten von Auschwitz. Berlin 2001.10

Michael Zimmerman: Zwischen Erziehung und Vernichtung: Zigeunerpolitik und Zigeunerforschung im Europa des 20. Jahrhunderts. Stuttgart 2007.

Felicitas von Weikersthal, Christoph Garstka: Der nationalsozialistische Genozid an den Roma Osteuropas. Geschichte und künstlerische Verarbeitung. Köln 2008.

Neben Beiträgen zur Geschichte der Verfolgung von (Sint_ize und) Rom_nja in Rumänien, der Slowakei und Tschechien setzt sich der Band auch mit der Rezeption in den einzelnen Ländern auseinander.

Überblicksdarstellungen und Einführungen

Diese Chronologie dokumentiert den Wandel der Debatte. Desto älter das Werk, desto wichtiger ist es das Werk mit einer Lupe der Zeit zu lesen bzw. einzuordnen.

Heinz Mode, Siegfried Wölfling: Zigeuner. Der Weg eines Volkes in Deutschland. Leipzig 1968.

Die einzige Gesamtdarstellung welche in der DDR als Monographie erschien. Geprägt vom Geist seiner Zeit und mit heutzutage verwundernden Schlussfolgerungen bereits zu Beginn des Werkes. Interessant macht dieses Buch das letzte Kapitel „Die Vernichtung der Zigeuner“ welches sich auf Akten aus dem Magdeburger Staatsarchiv bezieht und diese anhand von Einzelschicksalen aufbereitet.

Gert Schwab, Edgar Wüpper: Zigeuner. Porträt einer Randgruppe. Luzern 1979.

In kritischer Absicht stellen die Autor_innen die Sichtweise der Mehrheit auf Rom_nja anhand von Beschreibungen touristischer „Attraktionen“ wie dem Wallfahrtsort Saintes-Maries-de-la-Mer, aber bspw. auch Aussagen von Schulkindern über Rom_nja dar und zeichnen damit ein genaues Bild stereotyper Vorstellungen. Interessant ist v.a. die Dokumentation von zahlreichen Zeitungsartikeln und Leserbriefen aus den 1970er Jahren, so z.B. zum Prozeß gegen die Protestler_innen gegen das Treffens der 18. SS-Panzergrenadier-Division am 18.9.1976 in Würzburg.

R[aјko] Djurić: Zigeuner. Ein Volk aus Feuer und Wind. Eltville am Rhein 1980.

Michail Krausnick: Die Zigeuner sind da. Roma und Sinti zwischen Gestern und Heute. Würzburg 1981.

Herbert Spaich: Fremde in Deutschland. Unbequeme Kapitel unserer Geschichte. Weinheim 1981.

Ulrich Völklein: Zigeuner. Das verachtete Volk. Oldenburg 1981.

Joachim S. Hohmann: Geschichte der Zigeunerverfolgung. Frankfurt am Main 1988.

Joachim S. Hohmann: Neue deutsche Zigeunerbibliographie. Unter Berücksichtigung aller Jahrgänge des „Journals of the Gypsy Lore Society“. Frankfurt a. M. 1992.

Neben den beiden Hauptpunkten „Journal of GLS“ und nicht-belletristischen deutschsprachigen Quellen widmet sich Hohmann hier am Ende des Werks einem Überblick über literarische Zeugnisse und Selbstzeugnisse. Gerade die zweit genannte Bibliografie dürfte für im deutschen Sprachraum Forschende sehr interessant sein.11

Peter Köpf: Stichwort Sinti und Roma. München 1994.

Jaqueline Giere: Die gesellschaftliche Konstruktion des Zigeuners: Zur Genese eines Vorurteils. Frankfurt am Main 1996.

In diesem Band sind wegweisende Aufsätze von Franz Maciejewski (Elemente des Antiziganismus)12, Arno Herzig (Die Fremden im frühmoderen Staat) und Herbert Heuß (Die Migration von Roma aus Osteuropa im 19. u. 20. Jahrhundert: Historische Anlässe und staatliche Reaktion – Überlegungen zum Funktionswandel des Zigeuner-Ressentiments) u.w. versammelt. Maciejewski unternimmt in seinem Aufsatz den Versuch den modernen Rassismus welcher sich gegen Rom_nja und andere richtet aus der Erinnerung an den Holocaust zu interpretieren. Denn die Vorbehalte seien mit dem Ende des NS nicht überwunden und das technische Morden in Auschwitz benötigte keine gewalttätige Masse sondern „Institutionen der Gewalt“13. Heuss‘ mittlerweile revidierte Auffassung einem Versuch in neuester Zeit dem Antisemitismusbegriff analogen s.g. Anti[…]ismusbegriff einzuführen, zu widersprechen, liest sich aus heutiger Perspektive sehr anregend. Herzigs Beschreibung der Transformation in der Frühen Neuzeit, in der Reformation und die Durchsetzung der Idee von Territorialstaaten entscheidenden Einfluss auf die Lebensverhältnisse von Menschen hatte, liest sich nicht nur aus historischer Perspektive spannend. So führt er weiter aus, dass gerade hier die „modernen“ Wurzeln des rassistisch aufgeladenen Hasses auf alle als fremd Wahrgenommene zu suchen sind.

Wulf D. Hund (Hg.): Fremd, faul und frei. Dimensionen des Zigenerstereotyps. Münster 2014.

Zusammenfassende Neuauflage von Wulf D. Hund: Zigeuner: Geschichte und Struktur einer rassistischen Konstruktion. Duisburg 1996 und Ders.: Zigeunerbilder. Schnittmuster rassistischer Ideologie. Duisburg 2000. Darin enthalten ein Aufsatz von Erich Schmidt über Robert Ritter.14 Darüber hinaus sehr lesenswertes Vorwort, in dem Hund kurz auf seine neuere These der s..g. negativen Vergesellschaftung eingeht.15 Ohne Abdruck der beiden älteren einzelnen Vorwörter.

Katrin Reemtsma: Sinti und Roma. Geschichte, Kultur, Gegenwart. München 1996.

Kurze Darstellung der Geschichte, Kultur und gegenwärtigen anhaltenden Diskriminierung in Europa. Faktenreich und auf den Punkt gebracht stellt(e) sie die leidvolle Geschichte der Sint_ize und Rom_nja dar.

Reimar Gilsenbach: Weltchronik der Zigeuner. 2000 Ereignisse aus der Geschichte der Roma und Sinti, der Gypsies und Gitanos und aller anderen Minderheiten, die „Zigeuner“ genannt werden. Teil 1: Von den Anfängen bis 1559, Frankfurt am Main 1997. [Teil 2 und 3 sind nie erschienen.[

Aufgrund des Orts- und Sachverzeichnis unerlässlich auch gerade für ortsbezogene Forschungen, wie der zum mitteldeutschen Raum. Gilsenbach kommentiert die Quellen auch, so das klar wird in welchem Kontext diese einzuordnen sind: „Chronik von Leipzig: ´Anno 1418 sind die Z[…], ein loses, diebisches und zauberisches Volk, zum ersten Mal nach Leipzig gekommen […] Das Wort lose hatte einen verächtlichen Klang. Heydenreich schreibt seine Chronik mehr als zweihundert Jahre nach dem Ereignis; das Urteil über die Z[…] ist das seiner eigenen Zeit“.16

Reimar Gilsenbach: Weltchronik der Zigeuner. 2000 Ereignisse aus der Geschichte der Roma und Sinti, der Gypsies und Gitanos und aller anderen Minderheiten, die „Zigeuner“ genannt werden. Teil 4: Von 1930 bis 1960. Frankfurt am Main 1998.

Allein das Vorwort Gilsenbachs zu lesen ist lohnenswert und zeugt von einer unendlichen Menschlichkeit und Empathie gegenüber Sint_ize und Rom_nja. Als junger Mensch desertierte er bereits nach kurzer Zeit bei der Wehrmacht und kam in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Wie kein anderer setzte er sich für die Anerkennung der Sint_ize als Opfer des Faschismus in der DDR ein, verfasste dutzende Artikel, referierte in verschiedenen Vorträgen über die Geschichte und Verfolgung und hielt freundschaftliche Beziehungen zu den immer weniger in der DDR werdenden Sint_ize. Als Nachschlagewerk mit umfangreichen Register dokumentiert der letzte Band der Weltchronik das grauenhaften Morden in der Zeit des NS und die Situation kurz darauf (letzteres lediglich fragmentarisch).

Rajko Durić, Jörg Becken, A. Bertolt Bengsch: Ohne Heim- Ohne Grab. Die Geschichte der Sinti und Roma. Berlin 2002.

Mit einem Geleitwort von Václav Havel. In diesem Einführungswerk wird ein knapper Überblick über die Herkunft und Geschichte der (Sint_ize und) Romn_nja aber auch eine Übersicht über die aktuelle Situation in den ost- und südosteuropäischen Ländern sowie Italien, Frankreich Spanien gegeben.

Änneke Winckel: Antiziganismus. Rassismus gegen Roma und Sinti im vereinigten Deutschland, Münster 2002.

Wilhelm Solms: “Kulturloses Volk“? Berichte über „Zigeuner“ und Selbstzeugnisse von Sinti und Roma. Seeheim 2006.

Im Band vier der „Beiträge zur Anti[…]ismusforschung“ führt Solms seine Ansichten zu einem wie er es selbst nennt politischen und religiösen/kirchlichen Anti[…]ismus aus. In insgesamt fünf Kapiteln werden des weiteren Z[…]bilder und -konstruktionen erläutert, sowie auf kulturelle Fremd- und Selbstbilder eingegangen. Am interessantesten ist der erste Teil in dem er seine Bedenken gegen, wie er selbst schreibt die „Vergleichung“17 von Antisemitismus und Anti[…]ismus zum Ausdruck bringt. Hier weist er die Ausführungen von Lewy (2001) und Margalit (2001) zurück.18

Volker Hedemann: „Zigeuner!“- Zur Kontinuität der rassistischen Diskrimierung [sic!] in der alten Bundesrepublik [sic!]. Hamburg 2007.

Neuere ambitionierte Arbeit zum Thema – fernab der klassischen Forschung.

Roswitha Scholz: Homo Sacer und „Die Zigeuner“. Antiziganismus – Überlegungen zu einer wesentlichen und deshalb „vergessenen“ Variante des modernen Rassismus, EXIT! 4.19

Michael Zimmermann: Zwischen Erziehung und Vernichtung. Zigeunerpolitik und Zigeunerforschung im Europa des 20. Jahrhunderts. Stuttgart 2007.

Beinhaltet unter anderem Länderstudien verschiedener Autor_innen welche zu Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Österreich, Schweiz, Niederlanden, England, Frankreich und Spanien zu verschiedenen Zeiträumen schreiben. Der zweite große Teil des umfassenden Sammelbandes beschäftigt sich ausgiebig mit der rassistischen Verfolgung im NS. Im letzten Teil befinden sich drei Artikel zur Nachkriegszeit.

Michail Krausnick, Daniel Strauß: Von Antiziganismus bis Zigeunermärchen. Informationen zu Sinti und Roma in Deutschland. Mannheim 2008.

Ein Nachschlagewerk, das sich besonders gut für Lehrende eignet.

Michael Luttmer: Die AG „Für den Frieden“ und die Sinti und Roma. Versuche aus der Schule zur Unterstützung der Emanzipation einer Minderheit, Dissertation an der Fakultät I (Erziehungs- und Bildungswissenschaften) der Carl von Ossietzky – Universität Oldenburg. Oldenburg 2008.20

Herbert Uerlings, Iulia-Karin Patrut: ´Zigeuner´ und Nation. Repräsentation- Inklusion- Exklusion. Frankfurt am Main 2008.

Der „Band befasst sich mit Kontinuitäten und Umbrüchen, Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen sehr verschiedenen Formen der Konstruktion der >Z[…]<, [es] werden […] wechselnde[…] Kriterien der Zuordnung von Personen zu dieser Gruppe, die Verfahren der Zuschreibung stigmatisierender Eigenschaften, die medienspezifischen Markierungen sowie die Bedeutungen von Herrschaftsformen“ [beschrieben sowie die] wechselnden Modi der Inklusion und Exklusion.“21

Markus End: Bilder und Sinnstruktur des Antiziganismus. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. 22-23/2011). Seite 15 bis 21. Bonn 2011.

Silvio Peritore, Frank Reuter (Hg.): Inszenierung des Fremden. Fotografische Darstellung von Sinti und Roma im Kontext der historischen Bildforschung. Heidelberg 2011.

Gabi Meyer: Offizielles Erinnern und die Situation der Sinti und Roma in Deutschland. Konstanz 2012.

Benjamin Karl Nicolai Bender: Die Roma. Zwischen Antiziganismus und Integration. Wissenschaftliche Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien im Fach Politik und Wirtschaft, eingereicht dem Amt für Lehrerbildung, Prüfungsstelle Kassel, Gutachter Dr. Dieter Gawora. Kassel 2012.22

Wolfgang Benz: Sinti und Roma: Die unerwünschte Minderheit. Über das Vorurteil Antiziganismus. Bonn 2014.23

Oliver von Mengersen: Sinti und Roma. Eine deutsche Minderheit zwischen Diskriminierung und Emanzipation. Bonn 2015.24

Wilhelm Solms: Politischer Antiziganismus. In: Thomas Baumann, Jacques Delfeld: Antiziganismus. Soziale und historische Dimensionen von „Zigeuner“- Stereotypen. Heidelberg 2015.25

Wolfgang Wippermann: Niemand ist ein Zigeuner. Zur Ächtung eines europäischen Vorurteils. Hamburg 2015.

Wippermanns kontroverse Interventionen könnte mensch schon fast als legendär bezeichnen. Darüber hinaus vermag er es, wie in diesem Werk deutlich wird, komplexe Zusammenhänge leicht aufbereitet für ein breites Publikum darzustellen. Kurze Einführung, in der es auch Aspekte gibt, an denen mensch sich stoßen kann, wenn mensch seine etwas komplexeren Werke kennt. Provokant und auf den Punkt gebracht.

Anja Reuss: Kontinuitäten der Stigmatisierung. Sinti und Roma in der deutschen Nachkriegszeit. Berlin 2015.

Wieder der Vorstellung einer schriftlosen Kultur – Selbstzeugnisse und Literatur bzw. literarische Bildern über Rom_nja

Neben der Musik ist die Literatur das Genre, in dem besonders die Konstruktion der bzw. des Anderen in Form von Kulturalisierung und Exotisierung stattfindet. Dies ist eine Übersicht über Beiträge, die das fiktionale „Schreiben über Rom_nja“ in den Fokus nehmen.

Beate Eder: ROMA schreiben. Anmerkungen zur Literatur einer ethnischen Minderheit. In: Mozes F. Heinschink und Ursula Hemetek: Roma. Das unbekannte Volk. Schicksal und Kultur. Wien 1994.

Überblick über die Literaturproduktion von Rom_nja nach 1945 auf Grundlage ihrer Diplomarbeit “Analogie und Bilder in der Literatur der Roma. Ausgewählte Werke des 20. Jahrhunderts” (Innsbruck, 1991). Guter Einstieg ins Thema. Mit Erläuterungen zu Ronald Lees “Verdammter Zigeuner”, 1981 (dt. Fassung) und Mateo Maximoffs “Verdammt zu leben”, 1988 (dt. Fassung).

Wilhelm Solms, Daniel Strauß: ´Zigeunerbilder´ in der deutschsprachigen Literatur. Heidelberg 1995.

Nicht nur aus literaturwissenschaftlicher Perspektive interessante Abhandlung der Bilder über Sint_ize und Rom_nja. Chronologisch abgehandelt werden hier die notorischen Gegenbilder zu einer sich selbst homogen begreifenden Normgesellschaft. Solms arbeitet hier aber nicht nur diese Gegenbilder heraus, sondern kritisiert eben auch die welche von einer rechtschaffenden Vorstellung von „normal“ profitieren. Sein Werk illustriert Strukturen, die bspw. Roswitha Scholz theoretisch fasst.

Iulia-Karin Patrut, Geore Gutu, Herbert Uerlings: Fremde Arme- Arme Fremde. ´Zigeuner´ in Literaturen Mittel- und Osteuropas. Frankfurt a. M. 2007.

Zusammenfassender Band der Tagung „Z[…] als Arme und Fremde“ welche vom 22.- 25. Mai 2006 in Timisoara/Rumänien stattfand. Das Untersuchungsgebiet erstreckt sich über die vier (teils ehemals) deutschsprachigen Länder Rumänien, Österreich, Schweiz und die Bundesrepublik. Hauptaugenmerk des Bandes liegt neben exemplarischen Fallbeispielen auf Überblicksdarstellungen.

Wilhelm Solms: Zigeunerbilder. Ein dunkles Kapitel der deutschen Literaturgeschichte. Von der frühen Neuzeit bis zur Romantik. Würzburg 2008.

Chronologisch angeordnete Auseinandersetzung mit den Bildern über Sint_ize und Rom_nja inklusive umfangreichem Register der Autor_innen samt ihrer Figuren und Motive. Deutlich wird in dieser Arbeit nochmals wie stark sich die heutigen Stereotypen aus den literarisch tradierten Vorstellungen vergangener Epochen speisen.

Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner. Eine Geschichte von Faszination und Verachtung. Berlin 2011.

Aus dem „Giftschrank“ – Vom Nationalsozialismus bis in die Gegenwart

Carl-Heinz Rodenberg: Die Zigeunerfrage. In: Der öffentliche Gesundheitsdienst, 3. Jg. Heft 12. Leipzig 1937, S. 437-446.

Martin Block: Zigeuner: Ihr Leben und ihre Seele. Dargestellt aufgrund eigener Reisen und Forschungen [1936]. Leipzig 1997.

Das Buch wurde 1997 neu aufgelegt in den „Studien zur Tsiganologie und Folkloristik“ mit einem kritischen Nachwort von Joachim S. Hohmann. Er selbst jedoch merkte an: „Er bleibt ja doch, was er ist.“26  Das Interessante an dem Werk dürfte sein, dass es als erste Gesamtdarstellung über das Thema in den 1930er Jahre auch ins Französische und Englische übersetzt wurde und folglich in den späten 1990er Jahren manchen ethnologisch orientierten Forscher_innen nach wie vor als Standardwerk zu gelten schien.

Robert Ritter: Ein Menschenschlag. Erbärztliche und erbgeschichtliche Untersuchung über die durch zehn Geschlechterfolgen erforschten Nachkommen von Vagabunden, Jaunern und Räubern. Habilitationsschrift mit 3 teilweise farbigen Erbtafeln. Leipzig 1937.

Um Ritters Wirken in seiner Gesamtheit zu überblicken eignen sich die hier in der Bibliographie erwähnten Darstellungen zur rassistischen Verfolgung von Sint_ize und Roma_nja im NS. Im Jahr 2008 erschien darüber hinaus die Tübinger Dissertationsschrift27 von Tobias Joachim Schmidt-Degenhard zum Leben und Werk von Robert Ritter, welche online in der Datenbank der Deutschen Nationalbibliothek einsehbar ist.28

Hermann Arnold: Vaganten, Komödianten, Fieranten und Briganten. Untersuchungen zum Vagantenproblem an vagierenden Bevölkerungsgruppen vorwiegend in der Pfalz. Stuttgart 1958.

Lukrezia Jochimsen: Zigeuner heute. Untersuchung einer Aussenseitergruppe in einer deutschen Mittelstadt. In: Soziologische Gegenwartsfragen. Stuttgart 1963.

Frühe Arbeit zur Verfolgung von Sint_ize und Rom_nja bestehend aus ihrer Dissertationsschrift mit dem selben Titel und einer empirischen Untersuchung, welche die Einstellungen gegenüber der beforschten Gruppe untersucht. Mit einem Vorwort von Helmut Schelsky, dem einstigen Lehrer der heutigen Politiker_in.

Hermann Arnold: Die Zigeuner. Herkunft und Leben im deutschen Sprachgebiet. Olten 1965.

Hermann Arnold: Zur Frage der Fruchtbarkeit von Zigeunern, Zigeunermischlingsgruppen und anderen sozialen Isolaten. In: HOMO. Zeitschrift für die vergleichende Forschung am Menschen. Göttingen 1967.

Hermann Arnold: Ein Menschenalter danach. Anmerkungen zur Geschichtsschreibung der Zigeunerverfolgung. In: Mitteillungen zur Zigeunerkunde Beiheft Nr. 4. Mainz 1977.

Hermann Arnold: Fahrendes Volk. Randgruppen des Zigeunervolkes. Neustadt an der Weinstraße 1980.29

Bernhard Streck: Die nationalsozialistischen Methoden zur „Lösung des Zigeunerproblems“. In: Tribüne. Zeitschrift zum Verständnis des Judentums 78. Frankfurt am Main 1981.30

Bernhard Streck: Gesellschaft als Pflegefall. Leitgedanken der nationalsozialistischen Sozialpolitik. In: Gronemeyer, Reimer (1983): Eigensinn und Hilfe. Zigeuner in der Sozialpolitik heutiger Leistungsgesellschaften. Gießen.

Reimer Gronemeyer: Zigeunerpolitik in sozialistischen Ländern Osteuropas am Beispiel der Länder Ungarn, Tschechoslowakei, Polen. In: Ders. (1983): Eigensinn und Hilfe. Zigeuner in der Sozialpolitik heutiger Leistungsgesellschaften. Gießen.

Reimer Gronemeyer: Zigeuner in Osteuropa. Eine Bibliographie zu den Ländern Polen, Tschechoslowakei und Ungarn. Mit einem Anhang über ältere sowjetische Literatur. München 1983.

Kommentierte Bibliographie zu den genannten Ländern. Gronemeyer übernimmt hier unverändert die Kurzbeschreibungen der Suchdienste und ordnet sie chronologisch. Interessant ist die Veröffentlichung, da die älteren auch nicht deutschen Quellen aus den jeweiligen Ländern zusammengetragen worden sind, die den jeweiligen Zeitgeist widerspiegeln.

Reimer Gronemeyer: Zigeuner im Spiegel früher Chroniken und Abhandlungen. Quellen vom 15. bis zum 18. Jh. Giessen 1987.

Reimer Gronemeyer, Georgia A. Rakelmann: Die Zigeuner. Reisende in Europa. Roma, Sinti, Manouches, Gitanos, Gypsies, Kalderasch, Vlach und andere. Köln 1988.

Die beiden Autor_innen waren Mitarbeiter_innen des „Gießener Projekt Tsiganologie“31 und versuchen in diesem Werk einen allumfassenden Überblick über die Menschen zu geben, welche sie selber ohne Umschweife mit dem Z Wort benennen. Es verwundert kaum, dass dieses Buch auch im Handapparat der Ethnologie der Universität Leipzig zu finden ist und heutzutage immer noch eine Art Einführung für Student_innen im Fachbereich zu sein scheint. Voller kitschiger Klischees aus einem paternalistischen Blick heraus ist es ein verstörendes Dokument aus einer Zeit, in der sich Sint_ize und Rom_nja immer mehr in der Öffentlichkeit zu Wort meldeten um genau solchen, von weißen Wissenschaflter_innen geprägten, stereotypen Darstellungen zu widersprechen. Unter anderem mit Abdruck einer Liste „Dreihundert Jahre Z[…] in Sachsen“ auf den Seiten 54 bis 56.32

Hermann Arnold: Die NS-Zigeunerverfolgung. Ihre Ausdeutung und Ausbeutung, unveröffentliches Manuskript. Aschaffenburg um 1990.

Hermann Arnold: Bevölkerungswissenschaft. 1952- 1995. Vom Niedergang einer politiknahen Disziplin. Landau/Pfalz 1996.

Hermann Arnold: „Sinti und Roma“. Von der Zigeunertragödie zur Politkomödie. Landau 1999. [Ergänzt nach dem Stand von Ende 2000].

Ausführungen zum Giftschrank

Wie folgt soll ergänzend ausgeführt werden, warum hier in diesem Band Werke von Martin Block, Carl-Heinz Rodenberg, Robert Ritter oder wenig später Hermann Arnold33 sowie von den Außenseiter_innen und romantisierenden Soziolog_innen um Lukrezia Jochimsen, Reimer Gronemeyer bzw. von dem bis in jüngster Zeit wirkenden Tsiganologen Bernhard Streck aufgelistet werden.
Am Beispiel der Werke von Hermann Arnold in dieser Bibliographie wird erl
äutert, warum es der_dem Autor_in wichtig erscheint, sich mit diesen Quellen auseinanderzusetzen. Schließlich sind sie ein Zeugnis von der Selbstverständlichkeit, der Arroganz aber vor allem der Hartnäckigkeit der rassistischen Einstellungen gegenüber der Gruppe der Sint_ize und Rom_nja bis in die Gegenwart, nicht nur in der Bundesrepublik. Die unreflektierte, teils böswillige Art, mit der nach 1945 mit der größten Minderheit Europas umgegangen wurde, mani­festier­te sich darin, dass nach dem Krieg weder Mitgefühl gegenüber Leid und Verfolgung gezeigt wurde noch die Minderheit selbst zu Wort kommen konnte. Nach 1945 gelang es einigen ehemaligen Rasseforscher_innen, recht schnell beruflichen Anschluss in der neu entstehenden Bundesrepublik zu erlangen. Waren sie vor 1945 mitverantwortlich für die Erfassung und Verfolgung von Sinti_ize und Rom_nja, konnten sie nach dem Krieg ungestört weiter forschen. Einige mitverantwortliche Polizist_innen, welche im NS die Menschen erfassten, waren perfiderweise nach dem Krieg mit den Opfern rassistischer Politik erneut betraut worden, indem diese bei ihnen nachzuweisen hatten, inwieweit sie aus rassistischen Gründen verfolgt worden waren.
Hermann Arnold war einer dieser zu kritisierenden Forscher_innen und sogar bis Anfang der 1980er Jahre in verschiedenen Positionen als s.
g. Z[…]experte umtriebig so z.B. beim Caritasverband, beim Bundesinnen- und Bundes­familienministerium, beim BKA sowie bei der Polizei.

Erst durch die Arbeit der Bürgerrechtsbewegung und dem daraus resultierenden öffentlichen Druck in den 1980er Jahren konnte sein Einfluss zurückgedrängt werden. Ruhig hielt er deswegen bis zu seinem Tod jedoch nicht, was – wie folgt – gezeigt werden soll. Arnolds publizistische Tätigkeit sollte so richtig erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Gang kommen – bemerkenswerterweise nach dem Tod Robert Ritters, auf dessen Unterlagen aus der Rassenhygienischen Forschungsstelle (RHF)34 er sich maßgeblich stützte. Die ehemals vom RHF angelegten Akten sorgten noch mehrere Jahrzehnte für Aufsehen. Denn anstatt wie üblich im Bundesarchiv in Koblenz eingelagert zu werden, gingen sie u.a. an die Universitäten in Mainz und Tübingen und zur Polizei in München und dienten Sophie Erhardt35 noch bis 1970 als Grundlage für ihre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Arbeit.36 Einen Teil dieser Akten, insbesondere Bildmaterial sowie tabellarische Verzeichnisse, nutzte Arnold u.a. in seinen Veröffentlichungen – so z.B. das von ihm so betitelte Bild „Wohnwagen der Drisari-Zigeuner {um 1939}“ auf Seite 201 der 1965 erschienenen Abhandlung „Die Zigeuner“. Darüber hinaus strotzt das Buch, wie alle seiner Werke, nur so vor diffamierenden Essentialisierungen. Darüberhinaus Verstörendes findet sich in seiner Abhandlung „Vaganten“37 von 1958. Dort sind etliche Abbildungen von Erwachsenen und Kindern, welche entweder gegen ihren Willen oder ohne Kenntnis vom Ziel der gemachten Aufnahmen fotografiert worden sind. In den Bildunterschriften werden den fotografisch festgehaltenen Personen „negroide Züge“38, Hang zu Alkohol oder deviantes Verhalten untergeschoben.39
In „Ein Menschenalter danach“40 schlägt Hermann Arnold 1977 die Einführung „eines Gesetzes zur Verhütung verbrecherischen Nachwuchses“41 vor. Dieser Aufsatz ist es dann auch, welcher größere Aufmerksamkeit und vor allem Widerstand gegen Arnold hervorbrachte.
Im unveröffentlichten Manuskript „Ausdeutung“42 von 199043 versucht er, das eigene Lebenswerk zu rechtfertigen, und kommt ohne Umschweife auf den Kern seiner Arbeit zu sprechen – Selbstermächtigung von Sint_ize und Rom_nja zurückzudrängen und lächerlich zu machen. So bildet er hier das Grabmahl von Oskar Rose ab, Überlebender des Völkermords und Vater von Romani Rose und kommentiert: „Ganz aus weißem Marmor gebaut, soll es 1 Million DM gekostet haben“44. Desweiteren sind Fotos von „Bemalungen“45 seines Wohnhauses zu sehen: „Hakenkreuze“46, „Mörder“47 und den Spruch „Hier wohnt Dr. Mengele“48. Er behauptet folglich, Romani Rose und Fritz Greußing seien die Täter_innen der „Bemalungen“ gewesen.49
In seinem Werk „Bevölkerungswissenschaft“50 von 1996 führt Arnold zuspitzend bösartig aus: „Dem sanften Totalitarismus linker Couleur ausgeliefert, ist das Fach unfähig zu grundlegendem Wandel. […] Unter dem Vorwand von Pluralismus und Toleranz kuschen unsere Eliten vor dogmatischen Ideologen, fügen sich einer neuen Spielart von „Machtergreifung“ [und] [g]rundsätzlich scheint der mainstream [sic!] der deutschen Bevölkerungswissenschaft sich in politischer (Über-) Korrektheit zu üben.“
Sein letztes Werk ist 1999 „Sinti und Roma“. Von der Zigeunertragödie zur Politkomödie“51 – im Jahr 2000 vom Verleger nochmals mit kleinen Zettelchen „nachgebessert“ – stellt ein abstruses Gesamtbild des Schaffens von Arnold dar. Dem geringen Wirkungskreis dürfte es geschuldet sein, dass Arnold wegen seiner rassistischen Thesen vor seinem Tod hierfür nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden konnte. Auf Seite 55 erdreistet sich Arnold erneut, ein Foto des Familiengrabs von Oskar Rose abzubilden, diesmal ohne den betreffenden Untertitel, weiter ein unschönes Bild (Seite 73) von Romani Rose, wie selbiger von der Polizei nach einer Aktion im Darmstädter Rathaus am Boden liegend herausgetragen wird.52 Im Text liest sich die Beschreibung wie folgt: „Die Bürgerrechtsbewegung bedurfte neuer, stärkerer Mittel, um Emotionen zu wecken. Ein Höhepunkt war Roses Rattenspektakel [sic!] am 6. September 1986 […]“.53 Ebenso sind wieder die Bilder von den „Hausbemalungen“54 zu finden. Arnold führt aus, dass die Bürgerrechtsbewegung sich von Beginn an politischen Einfluss verschaffen wollte, um materiell Vorteile daraus ziehen zu können – ein Hohn für die Opfer, welche nach 1945 jahrzehntelang hart für kümmerliche Entschädigungen kämpfen mussten und erneut Ziel von Z[…]forschern wurden. Sich selbst und andere „Wissenschaftler_innen“ versucht Arnold nicht nur von jeglicher Schuld der Verfolgung bzw. der fortwährenden Diskriminierung nach 1945 freizusprechen, sondern er geht in seiner verzerrten Selbstwahrnehmung sogar so weit, sich als Opfer zu stilisieren und schreibt über sich: „Seit 1978 wird Arnold auf jede erdenkliche Weise verleumdet, um ihn als einen der ganz wenigen Sachkenner unglaubwürdig zu machen.“55 Seine Aussagen stützt er dabei völlig realistätsfern auf hinreichend bekannte und erforschte Personen der Vergangenheit.
Zu Hermann Arnold allgemein sind überdies die beiden Texte von Markus End von 201256 und 201357 sehr lesenswert, in denen die Konstruktion des Z Wort als Gegenbild zur Mehrheitsgesellschaft aufgezeigt wird.58 Eine neuste Veröffentlichung über Hermann Arnold ist der Ausatz Von Ameisen und Grillen. Zu Kontinuitäten in der jüngeren und jüngsten deutschen Zigeunerforschung 2015 von Ulrich Friedrich Opfermann.59

Zusammenfassend lässt sich bilanzieren

Ein erneutes Studium dieser Texte scheint wichtig zu sein. Zum einen können die Kontinuitäten der Verfolgung von Sint_ize und Rom_nja nach 1945 besser nachgezeichnet werden, die Gesamtheit und Tragweite der heute noch vorhanden Stereotype und Essentialisierungen können besser nachvollzogen werden, und den argumentativ wiederholten Stereotypen über Sint_ize und Rom_nja kann aufgrund des Wissens um ihre Herkunft besser widersprochen werden. Es reicht eben leider manchmal nicht aus, nur dagegen zu halten, dass es sich dabei um Stereotype handelt, sondern es erscheint mir wichtig, erläutern zu können, woher diese kommen und wie sie tradiert worden sind auch und gerade in den letzten Jahrzehnten.
Ein Aspekt der
älteren Veröffentlichungen zum Thema, welche ich mich scheute, in den Giftschrank aufzunehmen, ist der des fürsorglichen Blicks auf Sint_ize und Rom_nja. Anstatt sie einzubeziehen, selbst reden und handeln zu lassen werden sie bis in die Gegenwart in einem paternalistischen Wohlstandsgehabe in ihren Belangen – ganz im Sinne Arnolds als kindlich naive Objekte einer staatlichen (oder neuerlich nichtstaatlichen) Fürsorge behandelt. Es ist an der Zeit, diese Betrachtungsweise endgültig zurückzudrängen, denn für den Rassismus und die Vorbehalte gegenüber Sint_ize, Rom_nja und anderen sind nicht sie verantwortlich, sondern die privilegierte Mehrheitsgesellschaft. Gerade die Wissenschaft hat sich im 20. Jahrhundert sehr unrühmlich gegenüber Sint_ize und Rom_nja verhalten und hat zukünftig eine hohe Verantwortung, wenn es um die Wahrung der Zivilisation und den Umgang mit Minderheiten geht. Denn bereits der Soziologe Wulf D. Hund merkte in diesem Zusammenhang an, dass „gerade die Perspektiven der Vernunft und des Universalismus […] entscheidend zur Entwicklung des Rassismus beigetragen haben“60. Und auch Wolfgang Wippermann führt aus, dass es sich „[b]eim Rassenwahn [um einen] Dualismus61 [durch] aufgeklärte[…]n Philosophen und Wissenschaftler[…], die fest an die Existenz von leibhaftigen ´Rassen´ glaubten“62 handle. „[H]elle[…]“ und gute[…] [wurden] den „dunklen“ und „schlechten“ „Rassen“ gegenübergestellt“ [Hervorh. i. O.].63 Durchbrechen wir diese menschenverachtende Dichotomie!

(Auto)biographische Auseinandersetzungen

Diese Auswahl stellt nur einen kleinen Bruchteil der Selbstzeugnisse von Sint_ize und Rom_nja dar. Diese Werke enthalten individuelle Einschätzungen­, Erlebnisse und Umgänge mit den erfahrenen Verbrechen. Ihre Multi­perspektivität steht jedem Rassismus entgegen, hier spricht jede_r für sich. Starke Selbstbilder konkreter Individuen lassen von außen konstruierte Stereotype weit hinter sich.

Michail Krausnick: „Da wollten wir frei sein!“ Eine Sinti-Familie erzählt. Weinheim 1986.

Vier Generationen von Sint_ize kommen in diesem sehr feinfühligen Interviewbuch zu Wort. Krausnick lässt hier die Porajmosüberlebenden und deren Nachkommen erzählen, anstatt nur über sie zu schreiben. Am interessantesten dürften die Ausführungen der Bürgerrechtler_innen Hildegrad Lagrenne und Bernhard Steinbach sein.

Ruda [Rudolf] Dzurko: Ich bin wieder Mensch geworden. Bilder und Geschichten eines Rom-Künstlers mit 42 farbigen Abbildungen. Leipzig 1990.

Dzurko gilt als einer der wichtigsten tschechischen Künstler des 20. Jahrhunderts.64 In diesem mit Werken von Dzurko bebilderten Interviewbuch erfährt der_die Leser_in nicht nur über das Schaffen des Künstlers sondern auch etwas über das Leben und die Geschichte der Rom_nja in der Tschechoslowakei.

Eva von Hase-Mihalik, Doris Kreuzkamp: Du kriegst auch einen schönen Wohnwagen. Zwangslager für Sinti und Roma während des Nationalsozialismus in Frankfurt am Main. Frankfurt a. M. 1990.

Enthält Interviews von Überlebenden des Lagers in Frankfurt- Riederwald sowie eine umfangreiche Auflistung der gegen Sinti_ize und Rom_nja gerichteten Erlasse und Gesetze im Deutschen Reich seit der Reichsgründung 1871. Abgeschlossen wird dieses Werk mit einem Kapitel über die unbeglichene Schuld nach 1945.

Michail Krausnick: Wo sind sie hingekommen? Der unterschlagene Völkermord an den Sinti und Roma. Gerlingen 1995.

Kleiner einführender Überblick über die Verfolgung von Sint_ize und Rom_nja im NS. Interessant macht das Buch die kurze Darstellung der Schicksale von Mathilde K. aus Mannheim (dokumentarische Rekonstruktion), Josef Reinhardt aus Karlsruhe, den Boxern Johann Trollmann und Jakob Bamberger sowie der Lagerschreiber_in Elisabeth Guttenberger.

Reimar Gilsenbach: Von Tschudemann zu Seemann. Zwei Prozesse aus der Geschichte deutscher Sinti. Berlin 2000.

Aus zwei Teilen bestehender Band, welcher die Geschichte des Prozesses gegen Johannes Rosenberg Anfang des 19. Jahrhunderts behandelt. Aus einem Prozeß wegen Diebstahls wird schließlich ein Verfahren aufgrund einer angeblichen „Z[…]verschwörung“. Im zweiten Teil wird indes die Verfolgung und Vernichtung der Magdeburger Sint_ize während des NS behandelt und anhand von einzelnen Beispielen der Leidensweg der Sint_ize nachgezeichnet. Ebenso wird der lange Weg zum Denkmal für die aus Magdeburg deportierten Sint_ize beschrieben. Die Verbindung der beiden Abschnitte liegt darin begründet, dass Gilsenbach während der Recherchen auf elf Sint_izefamilien mit dem selben Familiennamen aus beiden „Prozessen“ stößt.

Reimar Gilsenbach, Otto Rosenberg: Riefenstahls Liste. Zum Gedenken an die ermordeten Komparsen. In: Berliner Zeitung. 17.2.2001.65

Kurz vor seinem Tod veröffentlicht der bereits erkrankte Otto Rosenberg mit dem Bürgerrechtler Reimar Gilsenbach diese erschütternde Dokumentation über die ermordeten Sint_ize und Rom_nja, welche aus dem Lager Salzburg-Maxglan und Berlin–Marzahn stammten. Bei den Nachforschungen entdeckt Rosenberg auf den Standfotos der Filmproduktion Mitglieder seiner eigenen Familie, welche später den Tod in Auschwitz fanden.

Mongo Stojka: Papierene Kinder. Glück, Zerstörung und Neubeginn einer Roma- Familie in Österreich. Wien 2000.

Sehr ergreifende, aber schonungslos geschriebene Autobiographie eines „begeisterten“ Österreichers, wie der Verlag anmerkt.

Ewald Hanstein: Meine hundert Leben. Erinnerungen eines deutschen Sinto. Aufgezeichnet von Ralf Lorenzen. Bremen 2005.

Ewald Hanstein war hin- und hergerissen zwischen Ost und West, dem Zusammenleben mit Gadsche und Sint_ize, in Freiheit und Gefangenschaft im Lager Auschwitz und unter Tage in Mittelbau-Dora, nach der Befreiung auf dem Land und in der Großstadt, immer mit dem Gedanken daran, dass dem eigenen Überleben im KZ der Tod von Mutter und Schwester im August 1944 im Abschnitt BIIe vorausging. Das Schreien beider hat sich ihm unvergesslich ins Mark eingeschrieben. Dennoch blieb er stets lebensfroh und heiter. Ewald Hanstein berichtet von seinem (Über-)leben und zieht dabei stets klare Schlüsse. Es ist geschehen und deshalb kann es wieder geschehen.

Franz Rosenbach: Der Tod war mein ständiger Begleiter. Das Leben, das Überleben und das Weiterleben des Sinto Franz Rosenbach. Von Ihm erzählt und dokumentiert von Norbert Aas. München 2005.

Geschichte des Mittelbau-Dora Überlebenden Franz Rosenbach. Unter anderem mit Erläuterungen zur Verfolgung in Österreich anhand zahlreicher Dokumente und Fotografien.

Roger Repplinger: Leg dich, Zigeuner. Die Geschichte von Johann Trollmann und Tull Harder. München 2008.

Detailliert nachgezeichnete Biographie des Boxers Johann Trollmann. Als Gegenbild wird dem Leben und Schicksal des Sintos Trollmann die Täterbiographie des Fußballers und SS-Mannes Tull Harder gegenüber gestellt.

Anja Tuckermann: „Denk nicht, wir bleiben hier!“ Die Lebensgeschichte des Sinto Hugo Höllenreiner. München 2005.66

Für mich persönlich die erschütterndste Autobiographie eines Überlebenden, der trotz seines damals jungen Alters vier deutsche Konzentrationslager überstand und letztlich erst ein Stück Freiheit erlangte, als er im hohen Alter begann darüber zu sprechen und Vorträge zu halten. 2006 wurde das Buch mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

Ceija Stojka: Träume ich, das ich lebe? Befreit aus Bergen-Belsen. München 2009.

Reinhard Florian: Ich wollte nach Ostpreussen! Das Überleben eines deutschen Sinto. Berlin 2012.

Sehr persönliche Autobiographie des ostpreußischen Sinto Reinhard Florian, welche basierend auf drei längeren aufgezeichneten Interviews versucht, dem Leser die Last der Erinnerung an die Vergangenheit erfahrbar zu machen.

Otto Rosenberg: Das Brennglas. Aufgezeichnet von Ulrich Enzensberger. Berlin 2012.67

In persönlichen Gesprächen erzählt der Mitbegründer des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin – Brandenburg seine Lebensgeschichte. Ohne aufzurechnen berichtet er von seinem Weg über das Marzahner Lager nach Auschwitz, vom Überleben in den Lagern und nach der Befreiung in einer feindseligen Zeit. Private Fotos sowie Dokumente ergänzen den Bericht.

Ceija Stojka: Wir leben im Verborgenen. Aufzeichnungen einer Romni zwischen den Welten. Wien 2013.

Stojkas autobiographische Aufzeichnungen „Wir leben im Verborgenen“ erschien 1988 als eine der ersten Selbstzeugnisse einer Romni, welche den NS überlebt hat und sich nun auch, über die Verfolgung nach 1945 zu Wort meldet. In der 2013 erschienenen Ausgabe werden erstmals die Aufzeichnungen „Wir leben im Verborgenen“ und „Reisende auf dieser Welt“ in einem Buch zusammengeführt.

Marika Schmiedt: Was bleibt. Fragmente einer fortwährenden Vergangenheit / What remains. Fragments of a continuous past. Wien 2014.

Biographische Darstellung der Verfolgungsgeschichte der Familie der österreichischen Künstlerin Marika Schmiedt. Viele Fotos und Dokumente zeigen dem deutsch- und englischsprachigen Rezipient_innenkreis sowohl die Verfolgung im Deutschen Reich als auch die fortwährende Diskriminierung bzw. Nicht­anerkennung als rassistisch Verfolgte nach 1945. Die Dokumente der Verfolgung und die wenigen Selbstzeugnisse aber auch der Briefwechsel mit den Behörden in Österreich zeigen deutlich die nach 1945 erlittene zweite Verfolgung.

Jana Müller: „Was mit Unku geschah“- Die Bedeutung von Oral History am Praxisbeispiel. In: LWL-Archivamt für Westfalen: Personen- und bevölkerungsgeschichtliche Quellen in Kommunalarchiven, inkl. digitalem Filmträger. Münster 2015.68

Das Buch enthält Zeitzeug_inneninterviews mit Sint_ize und Rom_nja, die den Genozid überlebten, so z.B. mit Franz Rosenbach und Wald Frieda Weiss, geb. Franz. Die Projektarbeit des Alternativen Jugendzentrums Dessau e.V. wird vorgestellt, welches mit biografischen und lokalhistorischen Zugängen Jugendliche an die Schreckenszeit des Nationalsozialismus heranführen und sensibilisieren will. Im Buch enthalten ist der Dokumentarfilm Was mit Unku geschah – Das kurze Leben der Erna Lauenburger”.

Interventionen

Anita Geigges, Bernhard Wette: Zigeuner heute. Verfolgung und Diskriminierung in der BRD. Eine Anklageschrift. Bornheim-Merten 1979.

Der Band enthält u. a. ein Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, ein Gespräch mit Heinrich Böll sowie mit Hänsche Weiß und ein Porträt der Band Duo Z, in der Rudko Kawczynski und Tornado Rosenberg als Musiker tätig waren.

Jörg Boström, Uschi Dresing, Jürgen Escher, Axel Grünwald: Das Buch der Sinti: … nicht länger stillschweigend das Unrecht hinnehmen!” Berlin (West) 1981.

In diesem fotodokumentarischen Band kommen Roma_nja selbst zur Wort. Die Bilder zeigen die Lebenssituation von Rom_nja und Sint_ize, die um 1980 in der Bundesrepublik Deutschland lebten. Die vier Fotograf_innen bzw. Fotojournalist_innen gingen bei ihrer Recherche behutsam vor, wählten die verwendeten Bilder gemeinsam mit den Abgebildeten aus und gingen selbst in das Buch mit ein. Es dokumentiert damit auch das Zusammenleben der Mehrheit mit der Minderheit.
Flankiert werden die Portr
äts der Bewohner_innen von Wohnsiedlungen in Gelsenkirchen und Düsseldorf von erschreckenden Dokumenten, welche 1979 als „Zigeunerpapier“ in Zusammenarbeit von Ordnungsamt, Einwohnermeldeamt und Sozialamt entstanden sind.
Diesen Dokumenten, die denen aus der NS-Zeit in nichts nachstehen, werden Texte der Band Duo Z gegen
übergestellt. Das Buch, das im Kontext seiner Zeit zu sehen ist, enthält ein Vorwort von Romani Rose und dokumentiert die Bürgerrechtsbewegung dieser Zeit. Sammlungen wie diese sind unerlässlich für die Forschung.
Der Band enthält Erfahrungen und Geschichten, welche sonst verloren gehen würden. So erzählt der deutsche Sinto Waldschmidt, dass er als Siebenjähriger die Luftangriffe am 13. bis 15.2.1945 in Dresden überlebte. Entgegen den zur Volksgemeinschaft” zählenden Alters­genoss_innen wurde ihm der Zutritt zu den Luftschutzräumen verwehrt! Ihm und seiner Familie blieb während des Bombardments nichts anderes übrig, als sich unter herumstehenden Wagen zu legen. Die Bombensplitter flogen überall herum. Er wurde glücklicherweise nicht von ihnen getroffen.

Joachim S. Hohmann: Ihnen geschah Unrecht – Zigeunerverfolgung in Deutschland. In: Tribüne. Zeitschrift zum Verständnis des Judentums 82. Frankfurt am Main 1982.

Antwort auf den Text von Bernhard Streck 1981 in der Tribüne. Hohmann hält hier Strecks rassistischen Thesen gegen und führt weiter aus: „Unsere Wissenschaft ist nicht weniger Wissenschaft, wenn sie parteiisch und mit Kopf und Herz derer gedenkt, die im Zeichen des Hakenkreuzes – und vielfach noch immer – Verfolgung leiden. [und weiter] Meine Arbeiten zu Fragen der jüngsten Geschichte […] entstehen aus der Idee, dem Nächsten als dem Bruder zur Seite zu stehen.“ Mit dieser Selbstpositionierung überschreitet Hohmann 1982 deutlich die Grenze des wissenschaftlichen Selbstanspruches und bezieht eindeutig Position gegen Versuche, die eine rassistische Verfolgung der Sinti und Roma vor 1942 zu negieren versucht. Bedauerlicherweise kam diese Erkenntnis – über ein Jahrzehnt nach dem die Verlängerung der Entschädigungsfrist abgelaufen war – für die Opfer zu spät. Sehr lesenswerter Text!

Dieter Hildebrandt, Hanns-Christian Müller: Faria Ho. Der Deutsche und sein Zigeuner”. München 1985.

Buch zur Kabarettsendung „Scheibenwischer“ vom 15.4.1985, für die Hildebrandt ein Jahr darauf mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold ausgezeichnet wurde.69 Im Anhang befinden sich verschiedene Dokumente der Verfolgung und Diskriminierung von Sint_ize und Rom_nja vor und nach 1945. So ist auch ein Brief von Hermann Arnold an das Bayrische Staatsministerium des Inneren vom 2.4.1980 abgedruckt: „Sollte es sich bei der von Ihnen erwähnten Interessenvertretung um den Verband der Cintihandeln, wäre eine Rückfrage beim Verfassungsschutz angebracht. Diese Organisation ist m.E. nach kommunistisch unterwandert.Das Programm spannt einen Rahmen um den Leidensweg einer Sint_iza, welche im Gerangel um zwei Veranstaltungen in einer bayrischen Kleinstadt deutlich wird. Die Hintergründe zu dieser Geschichte basieren teilweise auf wahren Begebenheiten.

Luise Rinser: Wer wirft den Stein? Zigeuner sein in Deutschland. Eine Anklage. Stuttgart 1985.

Lesenwertes Dokument aus einer Zeit, in der die Bürgerrechtsbewegung in der Bundesrepublik gerade erst im Entstehen war. Erschütternd und ernüchternd die Beispiele behördlichen und polizeilichen Vorgehens gegen Sinti_ze und Rom_nja in der Nachkriegszeit. Ehrliche und leidenschaftliche Anklage an die Deutschenmit vielen lokalen Bezügen, welche die Situation der Sint_ize und Rom_nja greifbar macht: [A]ls ein Sintomusiker, der von 1945 bis 1948 am Konservatorium Leipzig studiert hatte, 1980 in der Kirche St. Jakob in Dachau eigene Kompositionen für Gitarre spielte und auf Einladung des Pfarrers predigte, beschwerten sich die Kirchenbesucher: Jetzt dürfen Z[…] schon in der Kirche reden!Der Pfarrer [] stellte sich [..] nicht auf die Seite der Sinti“.

Reimar Gilsenbach, Joachim S. Hohmann: Verfolgte ohne Heimat. Beiträge zur Geschichte der Sinti und Roma. Leipzig 1992.

In den Darstellungen Gilsenbachs erfährt der_die Leser_in einiges zu seiner Arbeit und Recherche zu DDR Zeiten, ebenso etwas über das Desinteresse welches bzgl. der Verfolgung der Sint_ize und Rom_nja im s.g. ersten antifaschistischem Staat auf deutschem Boden herrschte. Hohmanns Beitrag in diesem vom Rosa-Luxemburg-Verein herausgegebenen Heft ist die kurze und historische Darstellung der Geschichte der „Z[…] in Deutschland“.

Günther Grass: Ohne Stimme. Reden zugunsten des Volkes der Roma und Sinti. Göttingen 2000.

Enthält drei spannende Reden die sich zwischen Verwunderung über internalisiertes „Wissen“ über und einem Engangement gegen die Diskriminierung von Rom_nja bewegen. Der kontroverse Autor und ehemalige Angehörige der Waffen-SS ist zu späteren Zeiten als Antisemit in Erscheinung getreten.

Eva Ruth Wemme: Meine 7000 Nachbarn. Berlin 2015.

Bericht über ihre Arbeit als Dolmetscherin und Beraterin in Berlin für vorwiegend rumänische Migrant_innen. Herzliche und ehrliche Darstellung ihrer Arbeit ohne in den Vordergrund zu rücken, dass es sich bei den von ihr beschrieben Personen um Rom_nja handelt.

Bürgerrechtsbewegung

Joachim S. Hohmann, Roland Schopf: Zigeunerleben. Beiträge zur Sozialgeschichte einer Verfolgung. Darmstadt 1979.

Tilman Zülch: Sinti und Roma im ehemaligen KZ Bergen-Belsen am 27. Oktober 1979. Erste deutsche und europäische Gedenkkundgebung „In Auschwitz vergast, bis heute verfolgt“. Reihe pogrom (76). Göttingen 1981.

Romani Rose: Die neue Generation und die alte Ideologie. Zigeunerforschung – wie gehabt? In: Tribüne. Zeitschrift zum Verständnis des Judentums 81. Frankfurt am Main 1982.

Romani Rose: Bürgerrechte für Sinti und Roma. Das Buch zum Rassismus in Deutschland, Heidelberg 1987.

Zentralrat Deutscher Sinti und Roma: Sinti und Roma auf dem Evangelischen Kirchentag vom 6. – 8. Juni 1991 in Bochum und Essen. Heidelberg 1991.

Begleitheft zum Evangelischen Kirchentag 1991. Kurz und mit interessanten Fotografien und Thesen des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Als Ausschnitt der Bürgerrechtsarbeit der Sinti und Roma zu erachten – und als Einstieg. Chronologische Zusammenfassung des Völkermords im NS.

Reimar Gilsenbach: Oh Django, sing deinen Zorn. Sinti und Roma unter den Deutschen. Berlin 1993.

Sammlung unterschiedlicher bereits an anderer Stelle veröffentlichter Aufsätze Gilsenbachs, welche seine Bürgerrechtsarbeit zu DDR Zeiten dokumentiert. Darin enthalten sind unter anderem der Aufsatz über Eva Justin, über das Lager Berlin Marzahn mit Dokumenten und Fotos sowie den notwendigen Seitenhieben gegen deutsche Realität: „Zigeunersteak“70 und Leni Riefenstahls Rom_nja Komparsen.

Reimar Gilsenbach: Wer im Gleichschritt marschiert, geht in die falsche Richtung. Ein biografisches Selbstbildnis, Berlin 2003 [posthum].

Autobiographie des Schriftstellers, Umweltschützers und Bürgerrechtlers welcher in der DDR am umfangreichsten begann sich mit dem Leid und der Verfolgung der Sint_ize und Rom_nja vor und nach 1945 zu beschäftigten. Fragmentarisch zusammen gefasst erfährt mensch hier in Unterkapiteln wie „Der Weg der Z[…]“ Spannendes und Unfassbares im Kampf Gilsenbachs für die Anerkennung der Sint_ize als Opfer des Faschismus (OdF) in der DDR. U.a. ist ein an Erich Honecker verfasster Brief abgedruckt.

Diskussionen und Kontroversen um Antiromaismus

Wolfgang Wippermann: Wie die Zigeuner. Antisemitismus und Antizigansimus im Vergleich. Berlin 1997.

Wolfgang Wippermann: „Auserwählte Opfer?“ Shoah und Porrajmos im Vergleich. Eine Kontroverse Berlin 2012.

Wolfgang Wippermann: Verweigerte Wiedergutmachung. Die Deutschen und der Völkermord an den Sinti und Roma. In: Standpunkte 14. Hrsg. von Rosa Luxemburg Stiftung 2012.

Aufrüttelnder und lesenswerter Aufsatz anlässlich der Einweihung des „Denkmal[s] für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas“, welches 2012 eingeweiht wurde. Wippermann spitzt hier seine Grundthesen zu und redet den Deutschen scharf ins Gewissen.

Peter Thelen: Singularität des Holocaust unter Berücksichtigung der Roma. In: theologie.geschichte Beiheft 5. Saarbrücken 2012.71

Filiz Demirova: Wer spricht in der Antiziganismusforschung? In: Der Paria, Berlin 2013.72

Markus End: Antiziganismus. Zur Verteidigung eines wissenschaftlichen Begriffs in kritischer Absicht. In: Alexandra Bartels, Tobias von Borcke, Markus End, Anna Friedrich: Antiziganistische Zustände 2. Kritische Positionen gegen gewaltvolle Verhältnisse. Münster 2013.

Esther Quicker: “Antiziganismus” – ein sinnvoller oder kontraproduktiver Oberbegriff? In: Esther Quicker, Hans-Peter Killguss: Sinti und Roma zwischen Ausgrenzung und Selbstbehauptung. Stimmen und Hintergründe zur aktuellen Debatte. Köln 2013.73

Hannah Eitel, Hannah: Antiziganismus und Schuldabwehr. Dresden 2014.74

Isidora Randjelović: Ein Blick über die Ränder der Begriffsverhandlungen um „Antiziganismus“. In: Perspektiven und Analysen von Sinti und Rroma in Deutschland. Berlin 2014.

Sehr beachtenswerte Auseinandersetzung, welche in der Debatte um „Wer spricht in der Antiziganismusforschung?“75 versucht das antagonistische Für und Wider bestimmter Begriffe aufzudröseln um zum Kern der Debatte zurückzukommen. Isidora Randjelović positioniert sich gegen die Verwendung der Begrifflichkeit Z Wort und nimmt dabei Bezug auf ihre bio­­graphische Auseinandersetzung mit der Stigmatisierung von Sint_ize, Rom_nja und anderen.

Martin Holler: Kampf dem „anticyganizm“. Über die sowjetischen Wurzeln des Antiziganismusbegriffs und ihre Rezeption im englischen Sprachraum. In: Axel Weipert, Dietmar Lange, Friederike Voermanek: Historische Interventionen. Festschrift für Wolfgang Wippermann zum 70. Geburtstag. Berlin 2015.76

Holler entfesselt hier ein wenig die Verbissenheit der bisher geführten Debatte in dem er sachlich die frühe Verwendung der Terminus nachzeichnet.

Karola Fings: Opferkonkurrenzen. Debatten um den Völkermord an den Sinti und Roma und neue Forschungsperspektiven. In: S. I. M. O. N.– Shoah: Intervention. Methods. DocumentatiON, hg. vom Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies, 2 (2015) 1, S. 79–101.

Die Autorin analysiert den Diskurs als einen über das Wissen über die NS-Verfolgung von Sint_ize und Rom_njaund betrachtet dabei die Beiträge von Yehuda Bauer, Romani Rose und Sybil Milton aus den 1990er Jahren. Sie konfrontiert diese Debatte mit neueren Forschungsergebnissen.

Austellungen

Rüdiger Vossen: Zigeuner. Roma, Sinti, Gitanos, Gypsies. Zwischen Verfolgung und Romantisierung. Katalog zur Ausstellung des Hamburgischen Museums für Völkerkunde. Frankfurt am Main 1983.

Romani Rose: „Den Rauch hatten wir täglich vor Augen“. Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma. Heidelberg 1999.

Der Katalog zur ständigen Ausstellung im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg stellt eine wichtige und sehr umfangreiche Dokumentensammlung zur Verfolgung und Vernichtung der Sint_ize und Rom_nja im NS dar. Im Band wie in der Ausstellung wird visuell unterschieden zwischen der Perspektive der von Verfolgung betrof­fenen Menschen und ihrem individuell erlebten Leiden von der Perspektive der Täter_innen an den barbarischen Morden.77

Annett Seese: “Auf dem Dienstwege…” Dokumente zur Erfassung, Ausgrenzung und Deportation der Leipziger Sinti und Roma im Nationalsozialismus. Leipzig 2005.

Ausstellung über die lokale Verfolgungsgeschichte Leipziger Sint_ize und Rom_nja. Die Wanderaustellung kann gegen Gebühr ausgeliehen werden und ist online einsehbar.78

Lith Bahlmann, Matthias Reichelt (Hg.): Reconsidering Roma. Aspects of Roma and Sinti Life in Contemporary Art. Göttingen 2011.

Dokumentation zur gleichnamigen Ausstellung, welche vom 11.11.2011 bis 11.12.2011 im Kunstquartier Bethanien/Studio1 in Berlin gezeigt wurde. Mit Texten von Herbert Heuss (Roma und Minderheitenrechte in der EU), Silvio Peritore (NS Völkermord und dessen Rezeption) und Rafaela Eulberg (über das Verhältnis von Geschlecht und Ethnie). Über Wirken und Schaffen von Ceija und Karl Stojka, Tamara Moyzes, Marika Schmiedt, Rosa von Praunheim und Dávid Szauder.

Muzeum romské kultury: Příběh Romů. [Museum of Romani Culture: The Story of the Roma]. Brno 2012.

Zweisprachiges Begleitheft zur Ausstellung der Geschichte und Kultur von (Sint_ize und) Rom_nja. Die sehr empfehlenswerte Ausstellung stellt verschiedene Facetten der Geschichte und Verfolgung von Rom_nja dar und kann mittels eines mehrsprachigen Audioguides durchlaufen werden. Das Romamuseum besteht seit 1991 und wird dank vielfältiger kulturell-politischer Angebote über die Stadt Brno hinaus wahrgenommen.

Tweedewereldoorlog: Der vergessene Völkermord. Das Schicksal der Sinti und Roma. 2012.

Sehr gelungene Onlineausstellung79, welche anhand von sechs Lebensläufen den Leidensweg der europäischen Sinti und Roma in verschiedenen Ländern nachzeichnet. Soweit es den Macher_innen möglich war, wurden sowohl persönliche Bild- als auch amtliche Dokumente eingebunden, um die Geschichte der einzelnen Verfolgten umfangreich nachzuzeichnen. Darüber hinaus ist bei dem niederländischen Sinto Zoni Weisz ein Ausschnitt seiner Rede im Deutschen Bundestag zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2011 als Video eingebunden. Die Stärke der Ausstellung ist die ihr inhärente Darstellung der Vielfältigkeit von Gesellschaft, ohne dabei belehrend zu sein. Würdevoll und auch traurig emotional stimmend bewahrt sie damit die Geschichte der Porträtierten und lässt sie (über deren Tod hinaus) in Erinnerung behalten. Die Ausstellung ist mehrsprachig und gibt in den erläuternden Texten u.a. Querverweise zur Geschichte und Kultur von Sint_ize und Rom_nja. Diese mit einem Link unterlegten Querverweise sind wiederum in alphabetischer Reihenfolge mit anderen Hinweisen verknüpft.

Jens-Christian Wagner: Von Auschwitz in den Harz. Begleitheft zur Wanderausstellung. Nordhausen 2012.

Gamze Ongan: Stimme. Zeitschrift der Initiative Minderheiten. Begleitheft zur Ausstellung Romana Thana. Orte der Roma und Sinti. Heft 93. Innsbruck 2014.

Andrea Härle, Cornelia Kogoj: Romane Thana. Orte der Roma und Sinti. Wien 2015.

Sammlung von Texten über die Roma Konzentrationslager Lety u Písku und Hodonín u Kunštátu (Tschechische Republik)

Markus Pape: A nikdo vám nebude věřit. Dokument o koncentračním táboře Lety u Písku [Und niemand wird euch glauben. Dokument über das Konzentrationslager Lety bei Písek]. Praha 1997.

Ctibor Nečas: Sinti und Roma im Protektorat Böhmen und Mähren sowie in der Slowakischen Republik in den Jahren 1939-1945. In: Wacław Długoborski: Sinti und Roma im KL Auschwitz- Birkenau 1943–1944. Vor dem Hintergrund ihrer Verfolgung unter der Naziherrschaft. Oświęcim 1998.

Markus Pape: Das Konzentrationslager Lety – Geschichte und Erinnerung. In: Felicitas von Weikersthal, Christoph Garstka: Der nationalsozialistische Genozid an den Roma Osteuropas. Geschichte und künstlerische Verarbeitung. Köln 2008.

Paul Polansky: Black Silence. The Lety Survivors Speak. Nish 2011.

Ctibor Nečas: Pamětní seznam II. Hodonín. Praha 2014.

Liste der Rom_nja Lagerinsassen des Konzentrationslagers Hodonín bei Kunštát. Viele Bilder. Inklusive Namen und Ortsregister. Weitere Informationen hier.

Jarmila Kratka: Das „Zigeunerlager“ Lety. Schweinemastanlage auf dem ehemaligen KZ-Gelände verhindert würdevolles Gedenken. Lotta. Antifaschistische Zeitung aus NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen. Heft 59. 2015.
Jan  Tesař (Hg.): Josef Serinek – Česká cikánská rapsodie [Josef Serinek – Tschechische Zigeunerrhapsody]. Band I – III. Svitavy 2016
Die Verlagsinformation befindet sich hier.
Pavel Baloun, Vít Strobach: „Wer nicht arbeitete…“ KZ-Leugnung des tschechischen Finanzministers als Spitze des Eisbergs. Lotta. Antifaschistische Zeitung aus NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen. Heft 64. 2016.
Antiromaismus in Ungarn
Holger Marcks, Andreas Koob, Magdalena Marsovszky: Mit Pfeil, Kreuz und Krone. Nationalismus und autoritäre Krisenbewältigung in Ungarn. Münster 2013.
Magdalena Marsovszky: Verfolger und Verfolgte. Antiziganismus in Ungarn. Leipzig 2015.

Anmerkung:
Die Bibliographie wird zukünftig fortgesetzt und thematisch erweitert.

1Die Verwendung des Begriffs „Antiziganismus“ wird abgelehnt; Vgl. Ecole Ústí (2014): …was zu benennen ist: Antiromaismus. 31.5.2014. Online: https://ecoleusti.wordpress.com/2014/05/31/was-zu-benennen-ist-antiromaismus/#comment-473.

2Vgl. Ecole Ústí: „Z Wort“ – sprachliche Reproduktion alter Stereotypen? 15.7.2013. Online: https://ecoleusti.wordpress.com/2013/07/15/z-wort-stereotypen/. Vgl. auch Isidora Randjelović: Ein Blick über die Ränder der Begriffsverhandlungen um „Antiziganismus“. In: Perspektiven und Analysen von Sinti und Rroma in Deutschland. Berlin 2014.

3Rolf Bauerdick: Zigeuner. Begegnungen mit einem ungeliebten Volk. München 2013. Siehe dazu auch die kritische Besprechung von Herbert Heuß: http://zentralrat.sintiundroma.de/content/downloads/stellungnahmen/Bauerdick_20131005_fin.pdf.

4Norbert Mappes-Niediek: Arme Roma, böse Zigeuner. Was an den Vorurteilen über die Zuwanderer stimmt. Berlin 2012.

5Alexandra Bartels, Tobias von Borcke, Markus End, Anna Friedrich: Versuch einer Bibliographie. In: Dies. (2013): Antiziganistische Zustände 2. Kritische Positionen gegen gewaltvolle Verhältnisse. Münster 2013. Online: https://www.unrast-verlag.de/images/stories/virtuemart/product/978-3-89771-518-9_bibliografie.pdf.

6Ulrich Hägele (Hg.): Sinti und Roma und wir. Seite 10. Tübingen 1998.

8Vgl. Kai Müller: Die Verfolgung der Sinti und Roma in der Kreishauptmannschaft/Regierungsbezirk Leipzig. Hagen 2014.

9Vgl. Stellungnahme des Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma Heidelberg: http://www.sintiundroma.de/uploads/media/stellungnahme_relativierung.pdf.

10Ebd.

11Vgl. Reimar Gilsenbach: Weltchronik der Zigeuner. 2000 Ereignisse aus der Geschichte der Roma und Sinti, der Gypsies und Gitanos und aller anderen Minderheiten, die „Zigeuner“ genannt werden. Teil 1: Von den Anfängen bis 1559. Frankfurt am Main 1997.

13Franz Maciejewski: Elemente des Antiziganismus. In: Jaqueline Giere: Die gesellschaftliche Konstruktion des Zigeuners: Zur Genese eines Vorurteils. Seite 9. Frankfurt am Main 1996.

14Erich Schmidt: Die Entdeckung der weißen Zigeuner. Robert Ritter und die Zigeunerforschung als Rassenhygiene. Seite 124 bis 143. In: Wulf D. Hund (Hg.): Fremd, faul und frei. Dimensionen des Zigeunerstereotyps. Münster 2014.

15Vgl. auch Wulf D. Hund: Negative Vergesellschaftung. Dimensionen der Rassismusanalyse. Münster 2006.

16Reimar Gilsenbach: Weltchronik der Zigeuner. 2000 Ereignisse aus der Geschichte der Roma und Sinti, der Gypsies und Gitanos und aller anderen Minderheiten, die „Zigeuner“ genannt werden. Teil 1: Von den Anfängen bis 1559. Seite 52. Frankfurt am Main 1997.

17Wilhelm Solms: “Kulturloses Volk“? Berichte über „Zigeuner“ und Selbstzeugnisse von Sinti und Roma. Seite 26. Seeheim 2006.

18Vgl. Guenter Lewy: >Rückkehr nicht erwünscht

21Herbert Uerlings, Iulia-Karin Patrut: ´Zigeuner´ und Nation. Repräsentation- Inklusion- Exklusion. Seite 12. Frankfurt am Main 2008.

24Zu bestellen bei der Bundeszentrale für politische Bildung: http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/204732/sinti-und-roma.

26Martin Block: Zigeuner: Ihr Leben und ihre Seele. Dargestellt aufgrund eigener Reisen und Forschungen [1936]. Leipzig. 1997. In: Studien zur Tsiganologie 20. Hrsg. v. Joachim S. Hohmann. Frankfurt am Main 1997.

27Tobias Joachim Schmidt-Degenhard: Robert Ritter (1901-1951). Zu Leben und Werk des

NS-„Zigeunerforschers“. Hildesheim 2008. Online: http://d-nb.info/989749533/34.

28Vgl. Ulrich Hägele (Hg.): Sinti und Roma und wir. Tübingen 1998 und Fußnote 14.

29Ursprünglich: Hermann Arnold: Randgruppen des Zigeunervolkes. Neustadt/Weinstraße 1975.

30Vgl. Joachim S. Hohmann: Ihnen geschah Unrecht – Zigeunerverfolgung in Deutschland. In: Tribüne. Zeitschrift zum Verständnis des Judentums 82. Frankfurt am Main 1982.

31Vgl. Sören Niemann-Findeisen: Eine nomadische Kultur der Freiheit. Vom Traum der Tsiganologie. In: Hund 2014 und Tobias von Borcke: „Zigeuner“- Wissenschaft mit schlechtem Gewissen? Das Forum Tsiganologische Forschung an der Universität Leipzig. In: Thomas Baumann, Jacques Delfeld: Antiziganismus. Soziale und historische Dimensionen von „Zigeuner“- Stereotypen. Heidelberg 2015. Online: http://www.sintiundroma.de/fileadmin/dokumente/publikationen/online/2015_Tagungsband_Antiziganismus.pdf.

32Carl von Weber: Zigeuner in Sachsen 1488-1792. In: Mitteillungen aus dem Hauptstaatsarchiv zu Dresden. Seite 282 bis 303. Leipzig 1857-61. Zit. n. Reimer Gronemeyer, Georgia A. Rakelmann: Die Zigeuner. Reisende in Europa. Roma, Sinti, Manouches, Gitanos, Gypsies, Kalderasch, Vlach und andere. Köln 1988.

33Vgl. Joachim S. Hohmann: Robert Ritter und die Erben der Kriminalbiologie: „Zigeunerforschung“ im Nationalsozialismus und in Westdeutschland im Zeichen des Rassismus. Frankfurt am Main 1991.

34Rassehygienische Forschungsstelle am Reichsgesundheitsamt in Berlin.

35Vgl. Hans Joachim Lang: „Ein schöner Einblick in die Forschungsarbeit“. Vorbereitende Beiträge Tübinger Wissenschaftler für die Zwangssterilisation und Ermordung deutscher Sinti. In: Ulrich Hägele (Hg.): Sinti und Roma und wir. Tübingen 1998.

36Vgl. Joachim S. Hohmann: Robert Ritter und die Erben der Kriminalbiologie. „Zigeunerforschung“ im Nationalsozialismus und in Westdeutschland im Zeichen des Rassismus. Seite 323 bis 329. Frankfurt am Main 1991.

37Hermann Arnold: Vaganten, Komödianten, Fieranten und Briganten. Untersuchungen zum Vagantenproblem an vagierenden Bevölkerungsgruppen vorwiegend in der Pfalz. Stuttgart 1958.

38Ebd. Seite 52.

39Vgl. ebd. Seite 58ff. Arnold verwendet die von Zirkusleuten und Schaustellern angefertigten Fotografien teilweise in verschiedenen Werken, auch mit unterschiedlichen Bildunterschriften. Vgl. Arnold: „Vaganten“. Seite 59. 1958, Arnold: „Randgruppen“. Tafel zu Seite 204. 1975 und Arnold: „Fahrendes Volk“. Seite 219. 1980.

40Hermann Arnold: Ein Menschenalter danach. Anmerkungen zur Geschichtsschreibung der Zigeunerverfolgung. In: Mitteillungen zur Zigeunerkunde. Beiheft Nr. 4. Mainz 1977.

41Ebd. Seite 8.

42Hermann Arnold: Die NS-Zigeunerverfolgung. Ihre Ausdeutung und Ausbeutung, unveröffentlichtes Manuskript. Aschaffenburg um 1990.

43Abweichendes Erscheinungsjahr vgl. Fußnote 27 bei Ulrich Friedrich Opfermann: Von Ameisen und Grillen. Zu Kontinuitäten in der jüngeren und jüngsten deutschen Zigeunerforschung. In: Thomas Baumann, Jacques Delfeld: Antiziganismus. Soziale und historische Dimensionen von „Zigeuner“- Stereotypen. Heidelberg 2015. Online: http://www.sintiundroma.de/fileadmin/dokumente/publikationen/online/2015_Tagungsband_Antiziganismus.pdf.

44Ebd. Seite 54 ff.

45Ebd. Seite 98.

46Ebd.

47Ebd.

48Ebd.

49Vgl. Hermann Arnold: Die NS-Zigeunerverfolgung. Ihre Ausdeutung und Ausbeutung, unveröffentliches Manuskript. Aschaffenburg um 1990.

50Hermann Arnold: Bevölkerungswissenschaft. 1952- 1995. Vom Niedergang einer politiknahen Disziplin. Seite 39. Landau/Pfalz 1996.

51Hermann Arnold: „Sinti und Roma“. Von der Zigeunertragödie zur Politkomödie. Landau 1999 [Ergänzt nach dem Stand von Ende 2000].

52Vgl. Hermann Arnold: Die NS-Zigeunerverfolgung. Ihre Ausdeutung und Ausbeutung, unveröffentliches Manuskript. Seite 81. Aschaffenburg um 1990.

53Ebd. Seite 72.

54Hermann Arnold: „Sinti und Roma“. Von der Zigeunertragödie zur Politkomödie. Landau 1999 [Ergänzt nach dem Stand von Ende 2000]. Neben der Seite 66.

55Hermann Arnold: Bevölkerungswissenschaft. 1952- 1995. Vom Niedergang einer politiknahen Disziplin. Landau/Pfalz 1996, S. 34.

56Markus End: Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen. In: phase 2. Zeitschrift gegen die Realität 42, Leipzig 2012. Online: http://phase-zwei.org/hefte/artikel/wer-nicht-arbeiten-will-der-soll-auch-nicht-essen-60/.

57Markus End: „Zigeuner“ vs. „Bauer“. In: Romanistan ist überall. Markierungen im unwegsamen Gelände. Hg.: IG Kultur Österreich. Wien 2013. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass bei der Entstehung des Sammelbandes in dem der Text von Markus End abgedruckt ist, dieser nicht ohne Widersprüche ausgekommen ist. Siehe hier: https://derparia.wordpress.com/2013/06/05/final-report-romanistan-by-teodora-tabacki/.

58Ebenso sehr lesenswert zu Hermann Arnold ist Joachim S. Hohmann: Geschichte der Zigeunerverfolgung in Deutschland. Seite 198 bis 203. Frankfurt am Main 1988.

59Ulrich Friedrich Opfermann: Von Ameisen und Grillen. Zu Kontinuitäten in der jüngeren und jüngsten deutschen Zigeunerforschung. In: Thomas Baumann, Jacques Delfeld: Antiziganismus. Soziale und historische Dimensionen von „Zigeuner“- Stereotypen. Heidelberg 2015. Online: http://www.sintiundroma.de/fileadmin/dokumente/publikationen/online/2015_Tagungsband_Antiziganismus.pdf.

60Wulf D. Hund: Negative Vergesellschaftung. Dimensionen der Rassismusanalyse. Seite 18. Münster 2006.

61Wolfgang Wippermann: Rasswahn und Teufelsglaube. Seite 11. Berlin 2005.

62Ebd.

63Ebd.

64Vgl. Dnes.cz: Zemřel výtvarník Rudolf Dzurko. Proslul obrazy ze skleněné drti [Künstler Rudolf Dzurko gestorben. Kunst aus Glasscherben]. 24.6.2013. Online: http://kultura.zpravy.idnes.cz/zemrel-rudolf-dzurko-056-/vytvarne-umeni.aspx?c=A130624_155659_vytvarne-umeni_ob.

65Gilsenbach/Rosenberg: Riefenstahls Liste. Zum Gedenken an die ermordeten Komparsen. In: Berliner Zeitung. 17.2.2001. Online: http://www.berliner-zeitung.de/den-film–tiefland—den-leni-riefenstahl-1940-bis-1942-drehte-und-1954-fertig-stellte–kann-heute-jeder-kaeuflich-erwerben–ueber-ihre-komparsen-aus-den-zigeunerzwangslagern-salzburg-maxglan-und-berlin-marzahn–die-bald-zu-einem-grossen-teil-ermordet-wurden–verlor-riefenstahl-im-vorspann-des-films-kein-wort–riefenstahls-liste–zum-gedenken-an-die-ermordeten-komparsen-16606166.

66Siehe auch: Thies Marsen: Der vergessene Völkermord. Das Schicksal der Sinti im Dritten Reich und die Rolle der Münchner Polizei. In: Hinterland. Magazin des Bayrischen Flüchtlingsrats. Nr. 10. 2009. Online hier: http://www.hinterland-magazin.de/pdf/10-54.pdf.

67Vgl. auch die Autobiographie seiner Tochter Mariane Rosenberg: Kokolores. Autobiographie. Geschichten aus meinem Leben oder wie ich lernte, Marianne Rosenberg zu sein. Berlin 2007.

68Siehe das Interview mit Jana Müller in diesem Band.

70An dieser Stelle habe ich mich entschieden den pejorativen Begriff auszuschreiben, da sich obwohl das Erlebnis Gilsenbachs bereits 30 Jahre her ist, am Umstand vielerorts sicherlich nichts geändert haben dürfte und hier dringender Handlungsbedarf besteht. Immerhin ist in der betreffenden Gaststätte die Speisekarte geändert worden. Siehe dazu http://forsthaus-raschwitz.de/speisekarte/.

75Vgl. Filiz Demirova: Wer spricht in der Antiziganismusforschung? In: Der Paria. Berlin 2013. Online: https://derparia.wordpress.com/2013/03/26/wer-spricht-in-der-antiziganismusforschung/.

76Vgl. Martin Holler: Historische Vorläufer des modernen Antiziganismusbegriffs. In: Thomas Baumann, Jacques Delfeld: Antiziganismus. Soziale und historische Dimensionen von „Zigeuner“- Stereotypen. Heidelberg 2015. Online: http://www.sintiundroma.de/fileadmin/dokumente/publikationen/online/2015_Tagungsband_Antiziganismus.pdf.

78Anett Seese: . Dokumente zur Erfassung, Ausgrenzung und Deportation der Leipziger Sinti und Roma im Nationalsozialismus, Leipzig 2005. http://www.weiterdenken.de/de/2014/02/21/auf-dem-dienstwege.

79Tweedewereldoorlog (2012): Der vergessene Völkermord. Das Schicksal der Sinti und Roma. www.romasinti.eu.

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2 Kommentare

  1. Hey, da hast Du Dir echt viel Arbeit gemacht! Ist super geworden und wird sicherlich hilfreich sein für (meine) zukünftige Recherchen.

    Macht es vielleicht Sinn, das in einer Art Wiki weiterzuführen? Mir fallen auch ein paar Werke ein, die sinnvolle Ergänzungen sein könnten.

    Die Formatierung hier im Blog finde ich leider etwas unübersichtlich.

    Viele Grüße!

    1. Hallo,
      die Biblio wird noch editiert und zukünftig auch erweitert werden. Es werden weitere Rubriken dazu kommen. Auch nicht deutschsprachige Quellen wobei wir uns hier auch über Zuarbeit von Menschen außerhalb des deutschsprachigen Raumes freuen würden. Danke für dein Interesse! Wer sich bemüßigt fühlt kann gerne ein wiki dazu erstellen. Wir haben leider selbst keine Ressourcen für so etwas.
      Michael_a

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