Veranstaltunghinweise Frühjahr 2016

3.2.2016 Kosmotique 01099 Dresden (20 Uhr)

Partizani – Widerstand in Jugoslawien 1941-1945

Vortrag von Wieland Köbsch (Phd) und der Gruppe gegen Antiromaismus

Lange hieß es, dass sich Jüdinnen und Juden gegen ihre Vernichtung nicht zur Wehr gesetzt hätten. Diese Mär versuchte der Historiker Dr. Jaša Romano in den 1980er Jahren in Jugoslawien zu widerlegen und forschte akribisch zum Partisan*innenkampf von Jüdinnen und Juden im besetzten Jugoslawien während der Zeit des Vernichtungskrieges durch die deutsche Wehrmacht. Auf der Basis dieser Arbeit promoviert Wieland Köbsch zu jüdischen Partisan*innen sowie generell jüdischen Überlebensoptionen in Jugoslawien und gleicht die damaligen Befunde mit den aktuell zur Verfügung stehenden Materialien und Interviews mit Überlebenden ab.

Die Gruppe gegen Antiromaismus beschäftigt sich mit der Diskriminierung von Sint_ize und Rom_nja. Die aktuelle Debatte um „sichere Herkunftsländer“ zeigt mehr als deutlich, dass es kaum historisches Bewußtsein über Verfolgung und Vernichtung von Rom_nja gibt. Gleichzeitig ist es wichtig die Widerstände von Sint_ize und Rom_nja in der Vergangenheit zu zeigen. In Deutschland ist über diese bis heute wenig bekannt. Anlässlich des „Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ am 27. Januar werden wir über die Kämpfe und den Widerstand von Jüdinnen und Juden wie auch Rom_nja und Sint_ize sprechen.

Info: http://www.kosmotique.org/events/index.html

Zum weiterlesen: 650 Jahre Roma-Kultur im Kosovo und Fings/Lissner/Sparing (1992): >…einziges Land, in dem Judenfrage und Zigeunerfrage gelöst.< Die Verfolgung der Roma im faschistisch besetzten Jugoslawien 1941 – 1945. Hrsg. vom Rom e.V. Köln.


 

Radio Roma Respekt (coloRadio 98,4 & 99,3 MHz Freies Radio in Dresden)

Jeden ersten Sonnabend im Monat kommt von 18-19 Uhr Roma Respekt Radio.
Was weiß ein Radiopublikum, das meist aus Gadje, aus Personen der Mehrheitsgesellschaft besteht, vom Leben, von Wünschen, von Interessen der Rom_nja und Sint_ezze? Viel von diesem „Wissen“ sind jahrhundertealte falsche Bilder, der Realität entbehrende Klischees – antiromaistische Stereotype. Diese nerven, machen reale Personen unsichtbar, grenzen aus oder äußern sich sogar gewaltsam. Radio RomaRespekt sendet gegen das überkommene antiromaistische Stereotyp. Hier die aktuelle Sendung vom: 09.01.2016


9.2.2016 Dresden- Hellerau (Festspielhaus Hellerau, Nancy-Spero-Saal) 19 Uhr

IniRromnja: Ich wende mich entschieden gegen Bevormundung- Performance Lesung mit Film

Melanie Spitta war eine wegbereitende Filmemacherin und Akteurin der Sintezza-und –Rromnja-Bewegung. In ihren Film- und Textproduktionen hat sie sich mit dem nationalsozialistischen Genozid an Roma und Sinti sowie mit der fehlenden Anerkennung und Entschädigung nach 1945 beschäftigt. Die 1946 geborene Tochter von Holocaustüberlebenden hat zusammen mit Kathrin Seybold vier Dokumentarfilme gedreht, von denen wohl am bekanntesten „Das falsche Wort“ ist, eine Dokumentation, die Zeitzeuginnen über die Verfolgung und Nichtgewährung der Entschädigung zu Wort kommen lässt.
Weitere Informationen hier


1.3.2016 Conne Island 04277 Leipzig (Einlass 19 Uhr)

Schwarze Deutsche im Nationalsozialismus

Film und Diskussion mit Katharina Oguntoye

Wie lebten Menschen mit afrikanischen Wurzeln im Deutschland der 1930er Jahre und was mussten sie in dieser Zeit erleiden und erdulden? Darüber ist im Lande weitgehend wenig bekannt. Die BBC-Dokumentation „Black Survivors of the Holocaust“ bringt diese Wirklichkeit in Interviews und raren Originalfilmdokumenten ans Licht. Der Regisseur David Okuefuna und der Produzent Moise Shewa (Afro-Wisdom Productions) haben mit einer hervorragenden Recherche ein Filmdokument von unschätzbarem Wert geschaffen, in dem sie für kommende Generationen die Stimmen von Zeitzeugen und Nachkommen der Afro-deutschen und Afrikaner_innen festgehalten haben.

Der Film wird von der Berliner afrodeutschen Historikerin Katharina Oguntoye präsentiert. Katharina Oguntoye ist Mitautorin und Mitherausgeberin des ersten Buches über Afro-deutschen: „Farbe bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte“ (Berlin 1986). Sie leitet seit 20 Jahren den von ihr mitgegründeten interkulturellen Verein „Joliba e.V.“ in Berlin. Die Historikerin mit nigerianisch-deutschen Hintergrund veröffentlichte 1997 ihre bahnbrechende historische Arbeit unter dem Titel „Eine afro-deutsche Geschichte. Zur Lebenssituation von AfrikanerInnen und Afro-Deutschen von 1884 bis 1950“. Im Anschluss an die Präsentation und Vorführung des Filmes beantwortet Katharina Oguntoye Fragen vom Publikum.

Die Veranstaltung gehört zum Begleitprogramm der Wanderausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“, die vom 30.01. bis 13.03.2016 im Westwerk gezeigt wird.

Eine Veranstaltung der Initiative „Geschichte vermitteln“, der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig und dem Conne Island.

Siehe auch: geschichtevermitteln.blogsport.eu/


Filmtour: The Awakening zum Thema Abschiebung von Roma

 

Im März widmen wir uns mit der Filmtour „The Awakening“ dem aktuellen Thema Abschiebung von Roma. Im Anschluss an die Filmvorführungen findet ein Gespräch zum Thema Abschiebung von Roma und Asylgesetzverschärfung mit dem Regisseur Kenan Emini und Patrick Irmer vom Sächsischen Flüchtlingsrat statt.

In Dresden ist der Film im Rahmen der Wochen gegen Rassismus gleich zweimal am 24. März bei uns in der Brücke-Villa um 19.00 Uhr und im Kino Thalia um 21.45 Uhr zu sehen.

Alle Termine auf einen Blick

• 17.2.2016 Kommunales Kino Freiburg, 20.00 Uhr

• 18.03.2016 Treibhaus Döbeln, 19.30 Uhr & Kronenkino Zittau, 20.00 Uhr

• 19.03.2016 Gasometer Zwickau, 19.00 Uhr

• 20.03.2016 MEDA Mittelherwigsdorf, 20.00 Uhr

• 21.03.2016 Clubkino Glauchau, 20.00 Uhr

• 22.03.2016 Cinémathèque in der naTo Leipzig, 19.30 Uhr

• 23.03.2016 Weltecho Chemnitz, 19.00 Uhr

• 24.03.2016 Brücke/Most-Stiftung Dresden, 19.00 Uhr & Thalia Dresden, 21.45 Uhr


Dienstag 22. März 2016 11:00–16:30 Zeitzeugengespräch, Führung

KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Studienzentrum

Verfolgung von Sinti und Roma

Die Sinti und Roma Europas gehörten im Nationalsozialismus zu den aus rassistischen Gründen verfolgten Gruppen. Als ‚Zigeuner‘ stigmatisiert wurden zwischen 200.000 und 500.000 von ihnen durch die Nazis im besetzten Europa ermordet. Die rassistische Verfolgung dieser Menschen hält bis heute an. Aktuelle Beispiele von Gewaltexzessen gegen diese Bevölkerungsgruppe sowie staatlich organisierter Diskriminierung, wie sie etwa aus Ungarn bekannt sind, verdeutlichen das Ausmaß des Anti[…]ismus. Auch in Deutschland haben Sinti und Roma weiterhin mit rassistischen Stereotypen und Gewalt zu kämpfen.  Die Heinrich Böll Stiftung Hamburg lädt in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme zu einem Zeitzeugin-Gespräch mit Frieda Larsen ein. Dabei gibt es für die Teilnehmenden die Möglichkeit, mit einer Überlebenden des nationalsozialistischen Terrors ins Gespräch zu kommen. Anhand der Lebensgeschichte.

Frieda Larsens kann nachvollzogen werden, welche Auswirkungen der Nationalsozialismus auf die Betroffenen bis heute hat. Außerdem wollen wir diskutieren, ob es gesellschaftliche Konsequenzen aus der damaligen Verfolgung gibt. Im Anschluss wird der Gesprächsinhalt durch eine thematisch fokussierte Führung über das Gelände der Gedenkstätte vertieft.

Anmeldung bis zum 14. März unter info@umdenken-boell.de oder Tel. 040 389 52 70

Kosten: 5 Euro, inkl. HVV, Führung, Getränke

Abfahrt 9:40 Uhr

Treffpunkt: Hauptbahnhof Gleis 4 (S 21) an der vorderen Treppe Fahrtrichtung

Flyer hier


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