Denkmal „Sie waren Merseburger“ (www.geschichtswerkstatt-merseburg.de)

Denkmal Sinti und Roma Merseburg
Ende Dezember 2009 wurde in Merseburg das Denkmal für die in der Zeit des NS aus Merseburg deportierten Sint_ize und Rom_nja eingeweiht. Die Stele mit der Inschrift „Sinti und Roma Opfer 1933 – 1945 – Sie waren Merseburger“ wurde durch das Unternehmen Pohl & Weigel künstlerisch umgesetzt. Durch die Initiative des Vereins Geschichtswerkstatt Merseburg, welche durch Recherchen im Gedenkbuch von Auschwitz auf die Namen von Merseburger Sint_ize und Rom_nja aufmerksam wurde, konnten in einer Arbeitsgemeinschaft mit Schülern des Herder-Gymnasium Merseburg 12 Schicksale rekonstruiert werden – Frauen, Kinder und Männer. Wieviele Merseburger Sint_ize und Rom_nja insgesamt Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns wurden, konnte noch nicht zur Gänze geklärt werden. Der Ort an der Neumarktbrücke wurde bewusst gewählt, da einige der Verfolgten in der Nähe dieses Platzes wohnten. Die Stele, direkt an der Hauptstraße gelegen, lädt Spaziergänger_innen zum kurzen Verweilen ein, da sie an einem Weg zum Schlosspark und dem Merseburger Dom liegt und somit häufig frequentiert wird.
Auf den Bildern erkennt mensch deutlich die Spuren der vergangenen Angriffe.
Eine Liste der Sint_ize und Rom_nja, welche in der Adresse Merseburger Neumarkt 44/46 wohnten, befindet sich hier.
Seit ein paar Jahren wird der Platz rund um die Stele durch die Stadt mit einer Videokamera überwacht. Anlass war und ist die traurige Tatsache, dass das Denkmal regelmäßig von Rassist_innen und Nazis geschändet und angegriffen wurde.
Der Verein führt auf seiner Internetseite aus:
„Die Stele wurde seit ihrer Setzung von 2009 bis 2013 insgesamt 9x angegriffen, umgestoßen, bespuckt, beworfen, mit dem Hammer beschädigt, mit Hakenkreuzen beschmiert und der Gebinde beraubt. Somit hatte dieser besondere Gedenkort alle nur erdenklichen Angriffe Andersdenkender zu ertragen. Die gesellschaftliche Öffentlichkeit der Region reagierte sehr aktiv auf diese Angriffe. Mit Mahnwachen und Gedenkveranstaltungen wurden die Angriffe öffentlich gemacht. Die Medien nahmen sich der Angriffe an und berichteten. Eine polizeiliche Videoüberwachung konnte die letzten Angriffe 2012 und 2013 letztlich auch nicht verhindern. Aus der geplanten zeitlich befristeten Überwachung ist nun eine Dauerüberwachung geworden.“

So berichtete die Mitteldeutsche Zeitung im März 2014 von einer weiteren Schändung durch Unbekannte, welche das Denkmal mit Fäkalien beschmierten. Die BILD „Zeitung“ vom 12.3.2015 wurde in ihrem Bericht über den Prozess gegen die Täter_in ein Jahr später deutlicher und bezeichnete den Angeklagten „Philip W. (24, Spitzname: Hobby-Hitler)“, welcher die Tat nicht bestritt, als „Neonazi“. Zu weiteren Vorfällen siehe auch Radio Brocken (ohne Datum).


Wir als Recherchegruppe Maulwurf verurteilen die feigen und pietätlosen Angriffe auf die Stele und die damit verbundene Erinnerung an die Opfer von nationalsozialistischer Terrorherrschaft und Rassenwahn und fordern alle Menschen auf, Ideologien gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in Alltag, Beruf und Privatleben zurückzuweisen! Für eine demokratische und offene Gesellschaft der Vielen! Say no to racism! OPRE ROMA!

Michael_a

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