Inforundschlag März 2015: Antiromaismus und Empowerment

 5.3.2015, 19 Uhr Soziokulturelles Zentrum Frauenkultur, Windscheidstr. 51
VORTRAG & DISKUSSION
Anti[roma]ismus und Schuldabwehr

Referentin: HANNAH EITEL, Dresden

„Wir müssen noch erhobenen Hauptes durch die Stadt gehen können.“ Mit dieser Begründung wandte sich Klaus Landowsky von der Berliner CDU vor Jahren gegen ein Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Sintezze/Sinti und Romnija/Roma. Warum meint Landowsky wegen eines Mahnmals seinen Kopf nicht mehr gerade halten zu können?

Ähnliche Aussagen wie die Landowskys sind aus der deutschen Beschäftigung mit der Shoah nur allzu bekannt. Sie werden auf die Abwehr von Erinnerung und Schuld zurückgeführt, die vermeintlich das deutsche Kollektiv bedrohen. Diese Schuldabwehr verhindert zudem jede Empathie mit den Opfern und richtet sich gar gegen sie. In der Kritischen Theorie wird dies als Sekundärer oder Schuldabwehr-Antisemitismus bezeichnet.

Hannah Eitel führt in ihrem Vortrag kurz in folgende Fragen ein: Was ist Schuldabwehr-Antisemitismus? Was ist Anti[roma]ismus? Dann stellt sie anhand ihrer Analyse von online-Kommentaren ihre Thesen vor zur Frage: Gibt es auch einen Schuldabwehr-Anti[roma]ismus?

Veranstaltung im Rahmen von „women in science – empowerment now!“ – in Kooperation des Referates für Gleichstellungs- und Lebens-weisenpolitik des Stura[…]s der Universität Leipzig und der Frauenkultur.

Eintritt: frei


6.3. 2015, 19 Uhr Atari Reudnitz Solikonzert und Infoabend

Solikonzert für Elvira, Elmedina und Riana – gegen Abschiebungen von
Rrom_nja -und aller Geflüchteter!

Vortrag: Über die Situation von Elvira, Elmedina und Riana, von Rrom_nja in Mazedonien bzw. Serbien. Es werden Rromn_ja von Roma Thüringen und Freund_innen von Elvira, Elmedina und Riana anwesend sein.

Am 6.03.2015 findet im Atari in Leipzig eine Solikonzert statt, um
gemeinsam für ein Comeback von Elvira, Elmedina und Riana zu kämpfen, um gemeinsam gegen die Repressionsmechanismen, die Abschiebungen mit zu verantworten haben, zu kämpfen. Elvira und ihre Töchter Elmedina und Riana wurden am 8. April 2014 aus Erfurt abgeschoben, weil sie Rromn_ja sind. Sie sind Aktivistinnen der Gruppe Roma Thüringen. Wir, die Soligruppe „8. April“, haben in Deutschland zusammen gekämpft, akzeptieren Abschiebungen nicht als endgültig, stehen in Kontakt und setzen uns weiterhin dafür ein, dass alle Drei ein selbstbestimmtes Leben führen dürfen. Da die Einreisesperre erst aufgehoben wird, wenn die Abschiebekosten bezahlt sind, und wir es nicht hinnehmen, dass sie für die Kosten selbst aufkommen müssen, wollen wir mit diesem Abend ein weiteres solidarisches Zeichen setzen gegen Abschiebungen und für ein uneingeschränktes Bleiberecht aller.

Plakat Atari
Mit dem Vortrag und dem Konzert wollen wir zeigen, dass Elvira, Riana und Elmedina nicht allein sind! Kommt zahlreich und seid solidarisch!

Für ein Comeback von Elvira, Elmedina und Riana!

Info hier


7.3.2015, 18 Uhr. Leipzig, linxxnet, Bornaische Str. 3d

Zwangssterilisationen an Romnja in Tschechien, Ungarn und der Slowakei vor und nach der Wende: zwischen sozialem Stigma und juristischer Herausforderung

Obwohl die Sterilisation ohne Einverständnis der Patientin allen gängigen demokratischen Praktiken widerspricht, gibt es nicht wenige Länder, aus denen immer wieder Fälle von Zwangssterilisationen bekannt werden. Zwangssterilisationen sind global da aktuell, wo Angehörige von ethnischen oder anderen Minderheiten extrem benachteiligt werden und daher besonders gefährdet sind. Neben der Verletzung der eigenen reproduktiven Rechte müssen Betroffene oft weitere massive psychosoziale Konsequenzen, z. B. gesundheitliche Probleme oder Stigmatisierung fürchten. Die juristische Ahndung gestaltet sich als Herausforderung, da Zwangssituationen sich oft subtil gestalten und vor Gericht schlecht nachweisbar sind.

Jana Gottschalk (Sozialwissenschaftlerin, Berlin/Budapest) beleuchtet Fälle von Zwangssterilisationen an tschechischen, slowakischen und ungarischen Romnja aus den 1980er und 1990er Jahren und berichtet von der großen juristischen Herausforderung, diese Form der intersektionalen Diskriminierung aufzudecken und angemessen zu ahnden.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Frauen*kampftag 2015 in Leipzig: http://8maerzleipzig.blogsport.eu/


12.3.2015, 18 Uhr Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e.V. , Harkortstr. 10, 04107, Leipzig (Süd)

VERFOLGER UND VERFOLGTE
Anti[roma]ismus in Ungarn

LESUNG mit Magdalena Marsovszky
Moderation: Juliane Nagel im Rahmen von „Leipzig liest“

D[ie Veranstaltung] konzentriert sich auf die anti[roma]istischen Denkstrukturen und die Gesetzeslage in Ungarn und auf die immer dramatischeren Auswirkungen. Da Anti[roma]ismus nur im jeweiligen politischen Kontext verstanden werden kann, beginnt d[ie hier präsentierte Publikation] mit einem Überblick. Der zweite Teil befasst sich mit dem Begriff des „Anti[…]ismus“, der dritte Teil beschreibt den Anti[roma]ismus in Ungarn, angefangen mit der Zeit im Realsozialismus, danach mit der Zeit nach der Wende 1989/90 und weiter mit der Zeit nach 2010. Teil IV liefert schließlich einen Ausblick.

Genaueres hier


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13.3.2015, 19 Uhr “Haus ohne Barrieren” Friedrich-Ebert-Str. 77, Leipzig 04109

PRÄSENTATION DER STUDIENERGEBNISSE zu Strategien und Mechanismen medialer Kommunikation

Vorurteile gegen Sinti und Roma in deutschen Medien

REFERENT: Markus End
Veranstalter: Amnesty International Leipzig im Rahmen von „Leipzig liest“

Markus Ends Befund lautet, dass es in der Medienlandschaft nur wenig Sensibilität für anti[roma]istische Aussagen und Darstellungen gibt. Selbst um Aufklärung bemühte Beiträge schreiben anti[roma]istische Diskurse – häufig unbewusst und ungewollt – fort. Der Autor appelliert daher an die Verantwortung der Medien, betont aber auch deren emanzipatorisches Potenzial.
Genaueres hier
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16.3.2015, 18 Uhr Lipinski-Forum, Rosa-Luxemburg-Str. 19/21, 04103 Leipzig

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
“Geschichte, Genozid und Gegenwart der Roma und Sinti in Böhmen und Mähren”

Die Bundestagsabgeordnete Daniela Kolbe (SPD) und der Arbeitskreis Euroregion Elbe-Labe der SPD-Sachsen laden ein zur Eröffnung der Ausstellung “Geschichte, Genozid und Gegenwart der Roma und Sinti in Böhmen und Mähren”

Mehr Infos hier: Akuallisierter Einladungsflyer für 16.3.15 Leipzig


18.3.2015, Leipzig 19 Uhr, Lipinski-Forum Leipzig, Rosa-Luxemburg-Straße 19/21

Vortrag zum ehemaligen Konzentrationslager Lety bei Pisek. In Lety steht seit Anfang der 1970er Jahre eine Schweinemastanlage. Am ehemaligen Standort wo mehrere hundert Sinti und Roma vor 1945 qualvoll starben ist daher eine würdevolles Erinnern und Gedenken bisher nicht denkbar. Die Soligruppe gegen Antiromaismus Dresden sowie Mitglieder der NGO Konexe werden in einem Vortrag darüber berichten. Desweiteren wird in verschiedenen Darstellungen auf die derzeitige Situation von Roma in Tschechien eingegangen werden und die Proteste gegen den rassistischen Nazi- und Bürgermob der letzten Jahre erläutert. Weitere Infos auf der (auch deutschsprachigen) Seite der Kampagne „Free Lety


19. März 2015 Beethovenstraße 15, GWZ- Das Geisteswissenschaftliche Zentrum, Institut für Sorabistik, Haus 1, 2. Stock, Seminarraum 13 bis 18Uhr WORKSHOP

Ihr kennt Roma? Arbeitet mit ihnen zusammen? Interessiert euch für Sprachen? Wolltet schon immer mal mehr über Romanes – die Sprache der Sinti und Roma erfahren? Im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus in Leipzig, möchten wir euch zu unserem Workshop „Romanes – Die Sprache der Sinti und Roma“ einladen. An einem Nachmittag wollen wir gemeinsam etwas mehr über diese sonst so unbekannte Sprache erfahren. Woher kommt sie? Wo wird sie heute noch gesprochen? Gibt es regionale Unterschiede? Daneben habt ihr natürlich auch die Möglichkeit ein paar wichtige Wörter und Redewendungen zu erlernen und interessante Texte und Lieder auf Romanes kennen zu lernen. Wir würden uns freue, wenn ihr kommt.

Die Teilnahme ist kostenlos

Weitere Infos bei Romano Sumnal / Roma-Verein Sachsen


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