Stolpersteine für leipziger Sinti und Roma

Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte seit 1997 in mehr als 500 Städten in Deutschland und in ganz Europa Stolpersteine für NS-Opfer. Der Opferbegriff ist dabei weit gefasst:

Gedacht wird mit diesem Projekt aller verfolgten oder ermordeten Opfer des Nationalsozialismus: Juden, Sinti und Roma, politisch Verfolgter, religiös Verfolgter, Zeugen Jehovas, Homosexueller geistig und/oder körperlich behinderten Menschen, Zwangsarbeiter und Desserteure – letztlich aller Menschen, die unter diesem Regime leiden mussten. (G. Demnig, stolpersteine.eu)

Die Stolpersteine stellen eine Möglichkeit dar, Passant_innen und Anwohner_innen auf Verfolgung und Vernichtung aufmerksam zu machen und die Opfer im Stadtbild „sichtbar“ zu machen.

Zwischen 1933 und 1945 gab es in Leipzig zwischen 280 und 400 Sinti und Roma, die sowohl der Verfolgung durch die Nationalsozialisten als auch vorab häufig bereits der Denunziationen von Nachbarn ausgesetzt waren und von denen ein Großteil den NS nicht überlebte.

Mittlerweile gibt es in Leipzig einige Stolpersteine für Sinti und Roma, zum Beispiel am Burgplatz für Finanz Just Rose oder am Ranstädter Steinweg 11-13 für Familie Laubinger, eine leipziger Sintifamilie, die komplett ausgelöscht wurde. Nichtsdestotrotz sind zahlreiche Schicksale nach wie vor nicht erforscht, geschweige denn öffentlich gemacht.

Hier setzt das Stolpersteinprojekt mit Schüler_innen des Immanuel-Kant-Gymnasiums an und versucht durch Recherchen in verschiedenen Archiven den Lebens- und Leidensweg der Geschwister Gerhard Rudolf Deußing, geboren am 7.3.1922 sowie Loni Frieda Deußing, geboren am 23.6.1924 nachzuzeichnen. Beide wurden im Frühjahr des Jahres 1943 nach Auschwitz deportiert, wo Gerhard kurz vor seinem 22. Geburtstag ums Leben kam. Seine Schwester wurde nach Ravensbrück verlegt wo sich ihre Spur verliert. Das Verfolgungsschicksal der beiden steht als Beipiel für die zahlreichen weiteren, bislang noch nicht aufgedeckten. Am 1. Oktober 2015 sollen als Erinnerung und Mahnung im Zentrum von Leipzig, in der Großen Fleischergasse als letztem frei gewählten Wohnort, zwei Stolpersteine verlegt werden.
Der mdr begleitete einige der Projektbeteiligten einen Tag lang bei ihrer Recherche und heraus kam dieser kurze Bericht.


Kristina von der Recherchegruppe Maulwurf

Stolpersteine in Leipzig

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2 Kommentare

  1. […] zu Beginn dieses Jahres berichteten wir auf unserem Blog von einem Schüler_innenprojekt, dass sich mit dem Schicksal zweier leipziger […]

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