24.8.2014: Gedenken in Hodonín

Im Gedenken an den in der Nacht vom 21. auf den 22. August 1943 staattfindenden zahlenmäßig größten Transport von insgesamt 749 Häftlingen aus Hodonín in das KZ Auschwitz fand am 24.8. dieses Jahres zum wiederholten Male eine Gedenkveranstaltung auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers in Hodonín bei Kunštat statt. Diese wurde vom Muzeum Romské Kultury Brno (Museum der Romakultur) sowie dem Národní pedagogický muzeum a knihovna J. A. Komenského (Nationales Pädagogisches Museum und Bibliothek J.A. Komenský – NPMK) organisiert.

Das Lager wurde im August 1940 eingerichtet und bestand bis ins Jahr 1950, da es auch nach dem Ende des II. Weltkrieges einerseits als Lazarett, andererseits bspw. zur Internierung von deutschsprachiger Bevölkerung genutzt wurde, die aufgrund ihres Alters oder von Krankheit nicht unmittelbar ausgewiesen werden konnte (siehe NPMK). Bis 1945 waren im Lager 1396 Roma interniert, von denen ein Großteil nach Auschwitz weitertransportiert wurde, wo fast alle zu Tode kamen.

In diesem Jahr wurde zunächst in der unlängst rekonstruierten Arrestbarracke ein Gedenkgottesdienst abgehalten. Im Anschluss begaben sich die Teilnehmer_innen zur Gedenkstätte Žalov, wo sich ein Massengrab von Gefangenen befindet.  Am dort errichteten Kreuz wurden Kränze niedergelegt. Das Gedenken fand seinen Abschluss auf dem Friedhof des unweit gelegenen Ortes Černovice, auf dem eine Gedenktafel an die Opfer des Lagers in Hodonín erinnert (hier zahlreiche Fotos  der Gedenkveranstaltung).
Den Teilnehmer_innen wurde zudem der Plan für die im kommenden Jahr zu errichtende Gedenkstätte Hodonín (Pamatník Hodonín) vorgestellt. Der Entwurf stammt vom Architekturstudenten Richard Pozdníček, der als Gewinner in einem studentischen Wettbewerb ermittelt wurde (hier können die eingereichten Entwürfe angesehen werden).

Quellen:
romea.cz
– Národní pedagogický muzeum a knihovna J. A. Komenského (2014). Pamětní seznam II. Hodonín.

posted by: Kristina

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ein Kommentar

  1. An dem Tag, an dem wir die nationalen Minderheiten als natürliche Brücken zwischen den Völkern betrachten und wir selbst davon überzeugt sind, dass diese einen wertvollen Beitrag zum Leben in unserer gemeinsamen Gesell­schaft leisten, haben wir den Grundstein gegen Fremdenhass, gegen Rassismus und gegen Diskriminierung von Minderheiten gelegt.

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