Dokumentiert: Nationalistischer Hetzer gewinnt Regionalwahl in der Slowakei [Blick nach Rechts]

Artikel von Horst Freires – Blick nach Rechts
26.11.2013
Ein rechtsextremer Kandidat hat sich in der Slowakei bei den Stichwahlen zum Regionspräsident durchgesetzt.

Bei den Regionswahlen in der Slowakei hat sich im verarmten Banska Bystrica der rechtsextreme Kandidat Marian Kotleba bei den Stichwahlen durchgesetzt. Der 36-Jährige bezwang bei einer mageren Wahlbeteiligung von gerade einmal 24,61 Prozent den sozialdemokratischen Amtsinhaber und Gegenkandidaten Vladimir Manka. 55,53 Prozent stimmten für Kotleba als Regionspräsident.

Kotleba ist Kopf der auf die nationalistische Karte setzenden „Volkspartei – unsere Slowakei“ und hat bereits eine mehrjährige rechtsextreme Vergangenheit in seiner Vita. Dazu gehören diverse Festnahmen durch die Polizei sowie darauf folgende Anklagen. Allerdings wurde er bis dato noch kein einziges Mal verurteilt. Zunächst war Kotleba Chef der Slowakischen Gemeinschaft, die 2006 verboten wurde. Das Verbot wurde 2009 auf Widerspruch allerdings wieder einkassiert. Kotleba und Co. stehen für eine radikale antisemitische wie antiziganistische Hetze.

„Auslöschung der Zigeuner-Parasiten“

Verbindungen pflegt die Volkspartei zu Gesinnungsgenossen in Ungarn, Tschechien, Österreich und Deutschland. Kotleba und seine Gefolgsleute drücken offen ihre Sympathie für den damaligen Hitler-Verbündeten Jozef Tiso aus. Am 14. März 2010 zog man beispielsweise zu dessen Grabstätte am Stadtrand von Bratislava. Gastredner dort war der bereits mehrmals zu Haftstrafen verurteilte führende österreichische Neonazi Gottfried Küssel. Dort schwadronierte dieser unter anderem über die „Richtigkeit unserer biologischen Weltanschauung“.

Der studierte Wirtschaftsingenieur und ehemalige Gymnasiallehrer Kotleba hat zeitweilig einen Szeneladen mit den Namen „Rightwear“ und „KKK – Anglicka Moda“ (Englische Mode) betrieben. Die Nato bezeichnete er als „internationale terroristische Vereinigung“. Er fordert einen politisch nationalen Weg und den Austritt aus allen internationalen Staatenverbünden wie etwa dem Internationalen Währungsfonds. In einem von ihm zu verantwortenden Flugblatt verspricht er eine „Auslöschung der Zigeuner-Parasiten“.

Weiterführende Links:

Ergänzung (ecoleusti):2009 erschien der Film „Kruh – the circle“ (online kostenlos hier), in dem die Ereignisse von Litvinov/Janov 2008 nachgezeichnet werden. Die Pogrome von 2008 waren die bis dahin schwersten gegen Siedlungen, in denen Roma wohnen und stellten für die tschechische Naziszene ein Fanal dar, da sie unter Beteiligung und Unterstützung der Bevölkerung stattfanden.  In dem Film sieht man Kotleba (ab min. 46) auf dem Marktplatz von Litvinov, wie er die Teilnehmer der DS-Demo aufhetzt und gegen die so bezeichneten „Parasiten“ Stimmung macht. Seine Rede beendet er mit dem Leitspruch der slowakischen Faschistengruppe zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs Hlinka: „Na stráž“ (engl. on guard) (ab min. 47).

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