Dokumentiert: Polizei stoppt Nazis in Ostrava (www.addn.me)

Polizei stoppt Nazis in Ostrava

Am Freitag [27.9.2013] versuchten im Anschluss an eine Kundgebung der DSSS (Dělnická strana sociální spravedlnosti) in Ostrava erneut mehrere hundert Menschen zu einem vor allem von Roma bewohnten Gebäude vorzudringen. Nachdem ein Großaufgebot der Polizei den angrenzenden Straßenzug abgeriegelt hatte, griffen Nazis die Einsatzkräfte mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern an. Bei den darauf folgenden Ausschreitungen wurden etliche Menschen verletzt, die Polizei nahm aus den Reihen der Angreifer mindestens 20 Personen fest. Auch in den Abendstunden blieb die Stimmung weiter angespannt. Während die Polizei am Freitag von rund 500 Menschen sprach, gaben Pressevertreter die Zahl der an der Kundgebung beteiligten Personen mit rund 1.000 an. Schon im August war es zu landesweiten Protesten gegen die Roma-Minderheit in Tschechien gekommen. Damals hatten in Ostrava mehrere hundert Nazis versucht, gewaltsam gegen Roma vorzugehen.

Als ein Sprecher am frühen Freitagabend zum Sturm auf das Gebäude in unmittelbarer Nähe zur Kundgebung aufgerufen hatte, versuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der rechten Veranstaltung gewaltsam in Richtung des Gebäudes zu gelangen. Dabei errichteten die teilweise vermummten Nazis aus Müllcontainern Barrikaden und griffen in Seitenstraßen immer wieder die Einsatzkräfte an. Erst nach dem Einsatz von Tränengas bekam die Polizei die Situation allmählich in den Griff. Eine parallel zur antiziganistischen Veranstaltung angemeldete Kundgebung “Für Toleranz und ein friedliches Miteinander” war zuvor von “besorgten Bürgerinnen und Bürgern” gestört worden, ohne dass die anwesende Polizei das zum Anlass genommen hatte, dagegen vorzugehen.

Petr Borna, einer der beiden Anmelder der rechten Kundgebung ist jedoch nicht nur Mitglied der tschechischen Nazipartei DSSS, sondern darüber hinaus auch verantwortlich für mehrere von sozial benachteiligten Menschen bewohnte Gebäude in Ostrava und im etwa 30 Kilometer entfernten Kopřivnice. Obwohl er für die Unterbringung und Instandhaltung vom tschechischen Staat Geld bekommt, sollen die hygienischen Zustände in den zum Teil auch von Roma bewohnten und für mehrere Jahre gemieteten Häusern katastrophal sein.

Am Samstag sollte ein weiterer Marsch von Nazis in der nordtschechischen Kleinstadt Krupka nur 50 Autominuten von Dresden entfernt stattfinden. Das Ziel sollte es sein, 16 Uhr vom Bahnhof aus durch ein überwiegend von Roma bewohntes Plattenbauviertel am Rande der Kleinstadt zu ziehen. Auf der angemeldeten Route der Demonstration wurde von der Nachbarschaft ein Straßenfest organisiert, um mit genügend Menschen den Marsch zu blockieren. Ein Soundsystem war aufgebaut, mit welchem die etwa 300 versammelten Menschen mit Neuigkeiten informiert und mit Livemusik unterhalten wurden.

Abgesehen von einem frühen Störversuch von fünf Nazis, welche direkt vor der Blockade Flyer verteilen wollten, aber konsequent vor den Augen der Polizei von den Blockierern abgedrängt wurden, kam es an diesem Tag zu keinen nennenswerten Vorfällen. Die Zahl der rechten Demonstrationsteilnehmer am Bahnhof belief sich auch gegen 17 Uhr nur auf sechs Personen, weshalb der rechte Aufmarsch letztlich von den Veranstaltern abgesagt wurde. Während am Bahnhof von Krupka kaum Polizei vor Ort war, konzentrierten sich die Einsatzkräfte der Polizei auf die Gegenveranstaltung. Zahlreiche Beamte in zivil fotografierten unablässig Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Straßenfestes, auch ein Kamerawagen wurde eingesetzt. Zudem kontrollierten uniformierte Beamte alle Zufahrtsstraßen des Viertels und standen in großen Gruppen unweit des Straßenfestes.

Video von den gewalttätigen Protesten in Ostrava am 27. September 2013.

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